De­mo­ti­vie­rend für Hob­by­gi­tar­ris­ten: Tom­my Em­ma­nu­el

Saarbruecker Zeitung - - KULTUR -

SAAR­BRÜ­CKEN (se­di) Seit die elek­tri­sche Ver­stär­kung Gi­tar­ris­ten er­laubt, gan­ze Sä­le zu be­schal­len, stellt sich die Fra­ge: Wer kann es am bes­ten, schnells­ten, vir­tuo­ses­ten? Ei­ner, der in den Rang­lis­ten ganz weit oben steht, ist seit Jah­ren der Aus­tra­li­er Tom­my Em­ma­nu­el. Sei­ne Kon­zer­te sind Ma­gne­te. Und ein Mar­ty­ri­um für Hob­by­gi­tar­ris­ten: Sie wol­len wis­sen, was al­les auf ih­rem In­stru­ment mög­lich wä­re (wenn man es nur so gut spie­len könn­te). Man­che ver­bren­nen nach dem Kon­zert dann ih­re Gi­tar­ren, um nicht mehr an die ei­ge­ne Un­zu­läng­lich­keit er­in­nert zu wer­den.

Em­ma­nu­el hat­te am Di­ens­tag in der Saar­brü­cker Con­gress­hal­le so­gar noch ei­nen Fas­zi­na­ti­ons- und Frust­ver­stär­ker da­bei, näm­lich das zwölf Jah­re al­te Gi­tar­ren-Wun­der­kind Fra­no Ziv­ko­vic. Der jun­ge Kroa­te spiel­te die ers­ten Songs syn­chron mit Em­ma­nu­el, eher der den Jun­gen mit den et­wa 700 Zu­hö­rern al­lein ließ. Ziv­ko­vic er­zähl­te rou­ti­niert von sei­nen In­spi­ra­tio­nen und ließ gleich­falls al­le Hob­by­gi­tar­ris­ten er­blas­sen. Em­ma­nu­el mein­te, Fra­no sei wei­ter, als er’s mit Zwölf war. Den­noch blieb es da­nach dem Alt­meis­ter vor­be­hal­ten, bis an die Gren­zen des noch Spiel­ba­ren zu ge­hen – das Ohr hat­te mit­un­ter Schwie­rig­kei­ten, noch mit­zu­kom­men. Nur an ganz we­ni­gen Stel­len hat­te der 61jäh­ri­ge die Mess­lat­te zu hoch ge­legt, da ging ihm für Se­kun­den die frap­pan­te Lo­cker­heit ab­han­den. Sein Gast­spiel war ein Nach­hol­ter­min, nach­dem er im No­vem­ber sein Kon­zert hier we­gen Er­schöp­fung hat­te ab­sa­gen müs­sen.

Ein biss­chen wirk­te der Auf­tritt, als wol­le der Aus­tra­li­er das Staf­fel­holz des bes­ten Akus­tik­gi­tar­ris­ten an sei­ne Nach­fol­ger wei­ter­ge­ben. Au­ßer Ziv­ko­vic be­fand sich auch Sön­ke Mei­nen im Saal. Der jun­ge Deut­sche hat­te 2016 den Gui­tar Mas­ters-Wett­be­werb mit Em­ma­nu­el in der Ju­ry ge­won­nen. Aber auf die Büh­ne bit­ten woll­te er das neue Gi­tar­ren­wun­der lei­der nicht. Da­für konn­te der Alt­meis­ter mit sei­ner pas­sa­blen Stim­me punk­ten, un­ter an­de­rem mit dem eher ru­hi­gen Song „Hurt“von Ni­ne Inch Nails. Am En­de gab es ste­hen­dem Bei­fall. Wie vie­le Gi­tar­ren spä­ter in Flam­men auf­gin­gen, blieb un­klar.

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