Ens­heim-Bi­lanz em­pört FDP und Ver­band

Li­be­ra­le und Ge­wer­be­trei­ben­de hal­ten Land und Flug­ha­fen-Lei­tung schwe­re Ver­säum­nis­se vor

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FUR SAARBRUCKEN -

ENS­HEIM (red) We­gen der ge­sun­ke­nen Flug­gast­zah­len sor­gen sich die mit­tel­stän­di­schen Un­ter­neh­men um die Zu­kunft des Flug­ha­fens Ens­heim. Der Vor­sit­zen­de des Ge­wer­be­ver­ban­des des Saar­lan­des (GVS), Ti­mo Leh­ber­ger, sagt, das ehr­gei­zi­ge Ziel, deut­lich über 500 000 Pas­sa­gie­re zu be­för­dern, sei 2016 deut­lich ver­fehlt wor­den. 427 566 Rei­sen­de nutz­ten nach An­ga­ben des Flug­ha­fen­ver­bands ADV den saar­län­di­schen Air­port. Das wa­ren 8,5 Pro­zent we­ni­ger als 2015 (SZ vom Mitt­woch). Dies auf den Ein­bruch bei den Tür­kei­flü­gen zu­rück­zu­füh­ren, hält Leh­ber­ger mit Blick auf die bun­des­wei­te Stei­ge­rung der Pas­sa­gier­zah­len für frag­wür­dig. Schließ­lich tref­fe der an­ge­führ­te Tür­kei-Ef­fekt ja al­le Flug­hä­fen. Wie man mit sol­chen Pas­sa­gier­zah­len das De­fi­zit von rund fünf Mil­lio­nen Eu­ro bis 2024 auf Null brin­gen will, blei­be of­fen. Zu­dem ge­be es die Aus­sa­ge des Fi­nanz­mi­nis­ters, dem Flug­ha­fen be­reits ab 2020 kei­ne Lan­des­zu­schüs­se mehr zu ge­wäh­ren. Der Flug­ha­fen Ens­heim sei wich­tig für die At­trak­ti­vi­tät des Saar­lan­des als Wirt­schafts­stand­ort. Für Wachs­tum und Neu­an­sied­lun­gen müss­ten die jet­zi­ge und die nächs­te Lan­des­re­gie­rung die Ver­kehrs­an­bin­dung ganz oben auf ih­re Auf­ga­ben­lis­te set­zen. Da­zu ge­hö­re an­ge­sichts der „be­sorg­nis­er­re­gen­den Ent­wick­lung in Ens­heim“rasch ein Kon­zept zur Zu­kunfts­si­che­rung des Flug­ha­fens.

Mit schar­fer Kri­tik an der Ge­schäfts­füh­rung des Flug­ha­fens Ens­heim re­agiert die FDP auf den Pas­sa­gier­rück­gang. Sie ha­be das Aus für Zwei­brü­cken bis heute nicht ge­nutzt, um den Saar-Flug­ha­fen deut­lich zu stär­ken. Saar­brü­ckens FDP-Kreis­chef Ro­land Kö­nig: „Wenn Flug­ha­fen-Chef Tho­mas Schuck die ak­tu­el­le Ent­wick­lung als Be­stä­ti­gung sei­ner Er­war­tun­gen auf ei­nen Pas­sa­gier­rück­gang kom­men­tiert, treibt mir das die Zor­nes­rö­te ins Ge­sicht.“Die Flug­rei­se­bran­che boo­me, in der Nä­he sei vor gut zwei Jah­ren ein Li­ni­en­flug­ha­fen weg­ge­fal­len. Die Tou­ris­mus­bran­che stel­le fest, dass die Ur­lau­ber, die die Tür­kei mei­den, nicht zu­hau­se blei­ben, son­dern nach Mallor­ca oder aufs spa­ni­sche Fest­land flie­gen. Wer es in die­sem Um­feld nicht schaf­fe, neue Ziele in den Flug­plan auf­zu­neh­men und die Er­reich­bar­keit „un­se­rer Kul­tur-, Tou­ris­mus- und Wirt­schafts­re­gi­on zu ver­bes­sern“, sei ei­ne Fehl­be­set­zung. Hier müs­se die neue Lan­des­re­gie­rung um­ge­hend tä­tig wer­den, „da die bis­he­ri­ge ver­ant­wor­tungs­los Zu­kunfts­chan­cen ver­spielt“.

FO­TO: OLI­VER DIETZE/DPA

Die Pas­sa­gier­zah­len des Flug­ha­fens Ens­heim aus dem Jahr 2016 sind den Kri­ti­kern ein Dorn im Au­ge.

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