Wein, Weib und Ge­sang

Saarbruecker Zeitung - - THEATER ZEIT -

Gae­ta­no Do­ni­zet­tis ope­ra buf­fa „Der Lie­be­s­trank“

Ita­lia­ni­tà al­ler­or­ten! Pas­send zum En­de der Kar­ne­vals­zeit kom­men Freun­de der ita­lie­ni­schen ko­mi­schen Oper voll auf ih­re Kos­ten. Wir neh­men mit dem „Bar­bier von Se­vil­la“nicht nur ei­ne der Er­folgs­in­sze­nie­run­gen von Dag­mar Sch­ling­mann wie­der auf, son­der da­vor kommt mit Gae­ta­no Do­ni­zet­tis „Der Lie­be­s­trank“ein Spit­zen­werk der Gat­tung auf die Büh­ne des SST.

Na­tür­lich geht es um die Lie­be, und na­tür­lich sind die Ver­hält­nis­se ver­wi­ckelt. Der jun­ge Bau­er Ne­mo­ri­no (arm, na­iv, aber se­xy) ist un­sterb­lich in die rei­che (und nicht min­der at­trak­ti­ve) Guts­be­sit­ze­rin Adi­na ver­liebt, was die­se zwar ge­nießt, aber gleich­zei­tig da­zu an­spornt, mit dem ar­men Kerl zu spie­len. Das gin­ge wohl ewig so wei­ter, wenn nicht der auf­ge­bla­se­ne Ser­geant Bel­co­re, der Adi­na den Hof macht, und der be­trü­ge­ri­sche Qu­ack­sal­ber Dul­ca­ma­ra kurz hin­ter­ein­an­der im Dorf ein­trä­fen und da­durch die Din­ge in Be­we­gung ge­rie­ten. Dul­ca­ma­ra bie­tet in sei­nem Sor­ti­ment ei­nen Lie­be­s­trank an (Ja, ge­nau den, der schon bei Tris­tan und Isol­de ge­wirkt hat!), und Ne­mo­ri­no gibt sein letz­tes Geld für das ver­meint­li­che Wun­der­mit­tel aus, das in Wirk­lich­keit schlichter Rot­wein ist. Die Wir­kung könn­te trotz­dem nicht über­wäl­ti­gen­der sein: Die Mäd­chen des Dor­fes rei­ßen sich auf ein­mal um den jun­gen Mann (weil sie ge­hört ha­ben, dass er ei­ne gro­ße Erb­schaft ge­macht hat, was er je­doch nicht weiß), das wie­der­um weckt die Ei­fer­sucht Adi­nas, die ihr zu gu­ter Letzt die Au­gen öff­net: Hap­py End!

Gae­ta­no Do­ni­zet­ti schrieb nach ei­ner Vor­la­ge des Er­folgs­au­tors Eu­gè­ne Scri­be mit leich­ter und hoch­ver­sier­ter Hand ei­ne Ope­ra buf­fa, wie sie im Bu­che steht, mit ei­nem

Ele­na Har­sá­nyi singt die Gia­net­ta in „Der Lie­be­s­trank“

ech­ten High­light: Ne­mo­ri­nos Arie „Una fur­ti­va lag­ri­ma“fehlt in prak­tisch kei­nem Wunsch­kon­zert. Am SST wird sie von Car­los Mo­re­no Pe­liza­ri ge­ge­ben wer­den, der da­mit al­ter­nie­rend die bei­den Adi­nen Yi­ti­en Luan und Her­dís An­na Jó­nas­dót­tir be­tö­ren wird; als Dul­ca­ma­ra zieht Markus Jaursch vom Le­der und als Bel­co­re stol­zie­ren Ste­fan Röt­tig und Ja­mes Bob­by ein­her; im Gra­ben sor­gen Ste­fan Neu­bert und das Saar­län­di­sche Staats­or­ches­ter für Brio und

bel­kan­tis­ti­sche Kan­ti­le­ne.

Für die Ins­ze­nie­rung zeich­net Sol­vejg Bau­er ver­ant­wort­lich, die Büh­ne ent­wirft Vol­ker Thiele, und die Ko­s­tü­me stam­men von Kath­rin En­gel, die al­le­samt schon er­folg­reich am SST tä­tig ge­we­sen sind.

Der Lie­be­s­trank

Kost­Pro­be: 15. Fe­bru­ar, 18.15 Uhr, SST Öf­fent­li­che Pro­be: 15. Fe­bru­ar, 19 Uhr, SST Pre­mie­re: 25. Fe­bru­ar, 19.30 Uhr, SST

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