Wenn sich die Ge­hirn­hälf­ten selbst ap­plau­die­ren

GLOSSE

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT - VON PIA ROLFS

Früher glaub­ten man­che, die Zeit des Ler­nens sei ir­gend­wann vor­bei. Aber Pus­te­ku­chen! Heu­te soll der Mensch le­bens­lang ler­nen – und an­wen­den kann er das Ge­lern­te ver­mut­lich im über­nächs­ten Le­ben, wenn die­ses ter­min­lich nicht schon aus­ge­bucht wä­re. Al­so los! Da­mit sich neue Sy­nap­sen im Ge­hirn bil­den, wird emp­foh­len, als Rechts­hän­der auch mal die lin­ke Hand zum Schrei­ben zu be­nut­zen. Ein Rat­schlag, der sich nach ei­nem

Bruch des rech­ten Arms ganz ein­fach um­set­zen lässt. Mit un­glaub­li­chem Er­kennt­nis­ge­winn.

Denn wer al­les mit links macht, sti­mu­liert an­geb­lich die rech­te, emo­tio­nal-ganz­heit­li­che Ge­hirn­hälf­te. Die­se ver­bin­det sich so auf ganz neu­en We­gen mit der ra­tio­na­len lin­ken Hirn­hälf­te, die die rech­te Hand steu­ert. Oder um­ge­kehrt, da sind die Sy­nap­sen noch un­schlüs­sig. Bei­de Hirn­hälf­ten zu­sam­men könn­ten sich da­nach neu ver­knüpft selbst ap­plau­die­ren. Stel­len aber dann so­wohl ra­tio­nal als auch emo­tio­nal-ganz­heit­lich fest: Das geht mit ei­nem ge­bro­che­nen Arm gar nicht.

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