Am­bi­va­len­ter und au­then­ti­scher Held

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN -

Mit ei­nem fröhlichen Lied auf den Lip­pen star­te­te Prot­ago­nist Jim­my (Ray Wins­to­ne) in die Ge­schich­te und sang da­von, dass es im Le­ben mal auf, dann ab und schließ­lich wie­der auf ge­hen wür­de. Das setz­te schon früh den Ton der bri­ti­schen Mi­ni­se­rie, denn ei­ner­seits drück­te es Jim­mys Freu­de über sei­ne Ent­las­sung aus dem Ge­fäng­nis aus, an­de­rer­seits deu­te­te es an, dass die­se fröh­li­che Stim­mung nicht lan­ge vor­hal­ten wür­de. Auch die Haupt­fi­gur war auf die­se Wei­se an­ge­legt: op­ti­mis­tisch, zu neu­en Ta­ten mo­ti­viert und gleich­zei­tig teil­wei­se noch im­mer in sei­nem Mi­lieu ver­or­tet, denn der frisch Ent­las­se­ne mach­te deut­lich, dass ihm Re­geln auch nach sei­ner Haft­stra­fe nicht so wich­tig wa­ren. Um­so mehr zähl­te für ihn die Fa­mi­lie, so­dass die­ser fa­den­schei­ni­ge Klein­kri­mi­nel­le trotz der Ba­ga­tel­li­sie­rung sei­ner Straf­ta­ten schnell Mit­ge­fühl und so­gar Mit­leid beim Zu­schau­er er­reg­te, da ihn sei­ne An­ge­hö­ri­gen durch­weg als Stö­ren­fried, Fremd­kör­per und in ih­rer Ge­mein­schaft Uner­wünsch­ten be­han­del­ten – ob­wohl er stets gro­ße An­stren­gun­gen un­ter­nahm, wie­der in den nor­ma­len All­tag zu­rück­zu­fin­den. Man konn­te sich gut in die­sen au­then­ti­schen und am­bi­va­len­ten Cha­rak­ter hin­ein­ver­set­zen.

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