Saar-När­rin Ju­lan­da hat ’nen Neu­en

Nach der Tren­nung vom Jääb blieb Frau Joch­nach­el nicht lan­ge so­lo. Hüh­ner­feld heißt der Neue.

Saarbruecker Zeitung - - Erste Seite - VON OLI­VER SCHWAM­BACH

SAARBRÜCKEN Ver­steht sich, dass ei­ne Klas­se-Frau wie Ju­lan­da Joch­nach­el nicht lang’ al­lein bleibt. Ihr Back­stein-Charme bringt schließ­lich je­den Kerl zur Stre­cke. „Als de Jääb auf eemol weg war, bin ich von den­ne gan­ze Män­ner gestalkt gänn“, klagt sie. An­ders ge­sagt: Nach­dem Gat­te Jääb auf und da­von war, um­schwärm­ten sie die Ka­va­lie­re wie Flie­gen ein über­rei­fes Frücht­chen. Doch „geh’ ma fo­ard mit den­ne Pa­pa­gol­los“, dach­te sie. Und such­te Rat beim Schorsch (Seitz). „Holl’ da doch en­ner aus’m Ka­ta­looch!“, emp­fahl der. Ge­sagt, ge­tan. So hat sich Ju­lan­da jetzt ei­nen Es­cort-Herrn ge­or­dert. Karl Wil­helm Hüh­ner­feld heißt er. So ein An­zug-Trä­ger ist das. „Ned wie de Jääb, der im­mer in der Bux mit de Gall­jer“rum­lief. Hüh­ner­feld will Frau Joch­nach­el auch mal „die gro­ße Kul­tur“nä­her­brin­gen, ver­spricht er: „al­so ins Ki­no und zu Al­di“. Aha!

Jetzt aber mal mit al­ler ge­bo­te­nen Ernst­haf­tig­keit: Als im Ju­li 2016 Gün­ther Tann­rath ali­as Jääb ver­kün­de­te: „De Jääb macht de Rie­me run­ner“, fie­len saar­län­di­schen Faa­se­nach­der und Come­dy-Fans in ei­nen tie­fen Hu­morSchock. Tann­rath muss­te aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den auf­hö­ren. Nach 18 Büh­nen­jah­ren war das wohl er­folg­reichs­te saar­län­di­sche Ko­mik-Duo pas­sé. Da­bei wa­ren Jääb unn Ju­lan­da fes­tes In­ven­tar der Fern­seh- wie der al­ter­na­ti­ven Fub­bes-Sit­zung, hat­ten in Ra­dio und TV ih­re Auf­trit­te mit Schwen­ker und Hand­tasch’. Und auch bei Fa­mi­li­en­fei­ern lach­ten sich Omas und En­ke­lin­nen krin­ge­lig, wenn Ju­lan­da den Jääb mal wie­der run­ter­putz­te. Und die Her­ren lit­ten still mit ihm.

He­le­ne Rau­ber, wie Ju­lan­da Joch­nach­el in den Mo­men­ten ih­rer bür­ger­li­chen Exis­tenz heißt, be­schloss nach Tann­raths Aus­stieg zu­nächst al­lei­ne wei­ter zu ma­chen. Durch­aus mit Zu­spruch, sagt sie. Und wie ih­re Büh­nen­fi­gur konn­te sie sich vor Avan­cen nicht ret­ten. „Als das mit dem Jääb pu­blik wur­de, be­kam ich ganz viel Post und Mails von Män­nern, die mein Jääb wer­den woll­ten“, er­zählt sie la­chend. Sie aber hat­te längst ein Au­ge auf ei­nen an­de­ren ge­wor­fen: auf Wil­li Fries – oder ge­nau­er – auf des­sen Büh­nen-Ich „Karl Wil­helm Hüh­ner­feld“. Auch Herr Hüh­ner­feld hat näm­lich sei­ne Me­ri­ten in der Saar-Faa­se­nachd ver­dient.

Eig­tent­lich aber kommt Fries aus der frei­en Saar­brü­cker Szene, dem Off-Thea­ter. „Tat­ort“-Assistent von Kom­mis­sar Max Palü war er auch schon – in den End-90ern. Ein Rou­ti­nier mit Büh­nen­er­fah­rung seit 1973, „von dem ich viel ge­lernt ha­be“, sagt Rau­ber. Tat­säch­lich hat sich das neue Büh­nen­t­raum­paar so­gar zwei Ta­ge in Klau­sur – in ein ka­tho­li­sches Pfarr­heim – be­ge­ben, und dort „über den Hu­mor an sich phi­lo­so­phiert“, aber auch ein neu­es Pro­gramm ent­wi­ckelt, sagt Fries. Der als Hüh­ner­feld Frau Joch­nach­el rich­tig Pa­ro­li bie­ten wird. Nicht wie der zah­me Jääb.

Nun le­gen die bei­den mit­ein­an­der rich­tig los bei der TV-Sit­zung der „M’r sin nit so“am 18. Fe­bru­ar in der Saar­land­hal­le. Und na­tür­lich bei Schorsch Seitz’ gro­ßer Faa­send­sause „Fif­ty Sha­des of Hirsch Kon­fet­ti“im Thea­ter Blau­er Hirsch. Schließ­lich war der Schorsch so et­was wie der Pos­til­lon d’amour für Karl Wil­helm unn Ju­lan­da. Aber: „Sex gebt’s net!“, sagt sie ka­te­go­risch. Da­für hät­te Es­cort-Se­ni­or Hüh­ner­feld näm­lich „Auf­preis“ver­langt. Und das war „ze de­i­er“, meint Ju­lan­da. Wo das wohl hin­führt mit den bei­den? ............................................. Thea­ter Blau­er Hirsch,

FO­TO: DA­NI­EL LIN­DE­MANN

Hier sind sie noch fried­lich: Ju­lan­da Joch­nach­el (He­le­ne Rau­ber) und ihr Neu­er: Karl Wil­helm Hüh­ner­feld (Wil­li Fries).

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