Neue Plä­ne für Re­de­ner Di­no-Park

Das Re­de­ner Prä­his­to­ri­um mel­det sich aus der Kri­se zu­rück, mit Ev­ent­näch­ten und Schul­pro­gram­men.

Saarbruecker Zeitung - - Erste Seite - VON CATHRIN ELSS-SERINGHAUS

RE­DEN (ce) Das Gond­wa­na-Er­leb­nis­mu­se­um in Re­den will sich als Even­t­ort und zu­gleich als Lern­ort für Schul­klas­sen pro­fi­lie­ren. Das teil­te Alex­an­der Kuhl, Sohn des In­ves­tors Mat­thi­as Micha­el Kuhl, mit. Er strebt ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit dem Land an, um in den Hal­len die na­tur­kund­li­chen Lan­des­samm­lun­gen zei­gen zu kön­nen. Kuhl sieht das Un­ter­neh­men auf Kon­so­li­die­rungs­kurs. Man ha­be 2016 wie­der 100 000 Be­su­cher ge­habt, 7649 mehr als 2015.

RE­DEN. Der Ju­ni­or­chef ver­fügt über ein wahr­lich strah­len­des Lä­cheln – Son­ne über Gond­wa­na? So ein­fach geht das dann doch nicht mit der Kon­so­li­die­rung des Ur­zeit-Er­leb­nis­mu­se­ums in Lands­wei­ler-Re­den. In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten hat es vor al­lem durch Zah­lungs­nö­te, ei­ne Be­su­cher­flau­te und ver­bis­se­ne Kämp­fe mit der Lan­des­re­gie­rung von sich re­den ge­macht. In­ves­tor Mat­thi­as Micha­el Kuhl stand für die­se Ära. Er ist im­mer noch Ge­schäfts­füh­rer.

Doch nun, nach ei­ner St­un­dungs­ei­ni­gung mit dem Land, dem Kuhl Pacht zahlt, scheint er zu ei­ner Trend­wen­de in der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­po­li­tik ent­schlos­sen. Da­für steht sein Sohn Alex­an­der. „Ich schaue nur nach vor­ne“, sagt der 32-jäh­ri­ge Be­triebs­wirt. Er ist kauf­män­ni­scher Lei­ter und be­reits seit Mo­na­ten vor Ort. Jetzt kün­digt er ge­gen­über der SZ Ko- ope­ra­tio­nen mit Part­nern am Stand­ort an, et­wa mit der Fir­ma ProWin, die be­kannt­lich an ei­nen Ho­tel-Neubau auf dem Ge­län­de denkt, wie auch mit den neu­en Alm­wir­ten auf der Hal­de. De­ren Event-Ori­en­tie­rung hat Kuhl ju­ni­or zur neu­en Rei­he „Nachts im Mu­se­um“in­spi­riert. Bis 24 Uhr wird „Schock, Spaß, Wis­sen und Un­ter­hal­tung“ge­bo­ten, in­klu­si­ve ei­nem „Di­no­schmaus“mit Mam­mut-Schnit­zeln. Sol­che Fun-Pro­gram­me sei­en vor al­lem bei Ame­ri­ka­nern ge­fragt, meint Kuhl. Es ist dies ei­ne Ziel­grup­pe, die er be­son­ders ak­tiv be­wer­ben will.

Ei­ne Be­su­cher­um­fra­ge der letz­ten bei­den Mo­na­te lie­fert ihm die Ba­sis für Neu­jus­tie­run­gen. Rund 20 Pro­zent der Be­su­cher kom­men dem­nach aus Rhein­land-Pfalz, 35 Pro­zent aus dem Saar­land – Luft nach oben. Je­doch hat Kuhl nicht vor, Un­sum­men in Wer­bung zu pa­cken. „Die meis­ten Leu­te, fast 40 Pro­zent, fin­den über Mund-zu­Mund-Pro­pa­gan­da oder das In­ter­net zu uns.“Die Aus­stel­lung sei gut, sa­gen fast 80 Pro­zent, ähn­lich vie­le hal­ten das Preis-Leis­tungs­Ver­hält­nis für an­ge­mes­sen. „Das ist kon­trär zu dem, was wir in den ers­ten Jah­ren zu hö­ren be­ka­men“, sagt Kuhl. Die über­ra­schends­te Um­fra­ge-Er­kennt­nis dürf­te al­ler­dings sein, dass Gond­wa­na un­zäh­li­ge Stamm­kun­den hat. Fast je­der Zwei­te gab an, be­reits schon mal da ge­we­sen zu sein. Die Wei­ter­emp­feh­lungs­quo­te liegt bei fast 90 Pro­zent.

Nichts­des­to­trotz brummt der La­den nicht so, wie er könn­te und soll­te. Kuhl möch­te zu­künf­tig vor al­lem Schul­klas­sen mo­ti­vie­ren. 2016 ka­men 76 Klas­sen aus dem Saar­land, 60 aus Rhein­land-Pfalz und 70 aus Lu­xem­burg. Ist Gond­wa­na ein „au­ßer­schu­li­scher Lern­ort“? Die­se Pro­fi­lie­rung war be­reits von Kuhl se­ni­or an­ge­strebt. Doch im­mer noch, sagt des­sen Sohn, hän­ge dem Prä­his­to­ri­um das Image ei­nes Ver­gnü­gungs­Parks mit Di­nos an. Da­bei fä­che­re die Aus­stel­lung die ge­sam­te Ur­zeit-Ge­schich­te mit wis­sen­schaft- li­cher Ex­akt­heit auf. Mat­thi­as Micha­el Kuhl lei­te­te dar­aus An­sprü­che an das Land ab: Gond­wa­na leis­te Bil­dungs­ar­beit, das Kul­tus­mi­nis­te­ri­um müs­se Bus­fahr­ten be­zah­len, wo­mög­lich Auf­ent­halts­räu­me fi­nan­zie­ren.

Da­von ist beim neu­en Kuhl nicht mehr die Re­de. Frei­lich braucht er zur Ver­fol­gung sei­nes neu­en Ziels eben­falls das Land. Er möch­te des­sen geo­lo­gi­sche, bio­lo­gi­sche und na­tur­kund­li­che Samm­lun­gen in sei­ne Hal­len ho­len. Der­zeit wer­den sie im Bi­odo­ku­men­ta­ti­ons­zen­trum im Ze­chen­haus auf­be­wahrt, frei zu­gäng­lich sind sie nicht. „Die tol­len Samm­lun­gen wür­den dann end­lich mal ge­zeigt, die Bür­ger hät­ten was da­von.“Und was hät­te Gond­wa­na da­von? Es be­kä­me ei­nen ech­ten At­trak­ti­vi­täts-Mehr­wert als Schul-Aus­flugs­ort. Auch könn­te Kuhl oh­ne Ei­gen­in­ves­ti­ti­on mit In­no­va­tio­nen und ei­ner An­ge­bots-Er­wei­te­rung wer­ben.

FO­TO: DIETZE

Ge­ne­ra­tio­nen­wech­sel im Gond­wa­na-Prä­his­to­ri­um in Lands­wei­ler-Re­den: Alex­an­der Kuhl ma­nagt jetzt das Un­ter­neh­men.

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