Saar-Initia­ti­ve zu NPD-Geld ist durch

Die Län­der­kam­mer for­dert das En­de der Par­tei­en­fi­nan­zie­rung für die rechts­ex­tre­me Par­tei. Die Initia­ti­ve da­zu kam auch aus dem Saar­land.

Saarbruecker Zeitung - - Erste Seite - VON JAN DÖR­NER

BER­LIN (afp) Die NPD soll nach An­sicht der Bun­des­län­der künf­tig von der Fi­nan­zie­rung aus Steu­er­mit­teln aus­ge­schlos­sen wer­den. Ei­nen ent­spre­chen­den An­trag ge­gen ver­fas­sungs­feind­li­che Par­tei­en, den das Saar­land mit­in­iti­iert hat­te, ver­ab­schie­de­te der Bun­des­rat ges­tern ein­stim­mig. Für das Vor­ha­ben muss al­ler­dings noch das Grund­ge­setz ge­än­dert wer­den.

BER­LIN (afp) Nach dem ge­schei­ter­ten NPD-Ver­bots­ver­fah­ren drän­gen die Bun­des­län­der dar­auf, der rechts­ex­tre­men Par­tei staat­li­che Fi­nan­zie­rungs­quel­len ab­zu­klem­men. Ei­ne ent­spre­chen­de Re­so­lu­ti­on ver­ab­schie­de­te ges­tern der Bun­des­rat nach ei­nem ge­mein­sa­men An­trag des Saar­lan­des und von Rhein­land-Pfalz. Die Bun­des­ver­fas­sungs­rich­ter hat­ten bei ih­rer Ent­schei­dung im Ja­nu­ar an­ge­deu­tet, dass die NPD von der staat­li­chen Fi­nan­zie­rung aus­ge­schlos­sen wer­den könn­te. Das Karls­ru­her Rich­ter hät­ten kei­ne Zwei­fel an der Ver­fas­sungs­feind­lich­keit der NPD ge­las­sen, be­ton­te der Bun­des­rat in sei­ner Ent­schlie­ßung. Die Rich­ter hät­ten le­dig­lich deut­lich ge­macht, dass die Par­tei nicht über das Po­ten­zi­al ver­fü­ge, das Vor­aus­set­zung für ein Ver­bot wä­re. „Es muss al­les da­für ge­tan wer­den, dass Par­tei­en, die ver­fas­sungs­feind­li­che Zie­le ver­fol­gen und de­ren po­li­ti­sches Kon­zept die Men­schen­wür­de miss­ach­tet, nicht mit staat­li­chen Mit­teln in die La­ge ver­setzt wer­den, ih­re Zie­le zu ver­wirk­li­chen“, heißt es in der Bun­des­rats­re­so­lu­ti­on wei­ter. Zu­dem soll­ten ver­fas­sungs­feind­lich han­deln­de Par­tei­en mög­lichst um­fas­send auch von sons­ti­gen öf­fent­li­chen Leis­tun­gen aus­ge­schlos­sen wer­den.

Al­le Par­tei­en wer­den vom Staat auf Grund­la­ge des Par­tei­en­geset­zes finan­ziert, auch die NPD. Die Hö­he der Gel­der be­stimmt sich un­ter an­de­rem am Er­folg bei Eu­ro­pa-, Bun­des­tags- und Land­tags­wah­len und auch an der Hö­he der selbst ein­ge­wor­be­nen Spen­den. 2015 be­kam die NPD 1,3 Mil­lio­nen Eu­ro aus der Staats­kas­se.

Ei­ne Par­tei, die die Men­schen­wür­de und frei­heit­li­che Grund­ord­nung miss­ach­te, dür­fe kei­ne staat­li­chen Gel­der er­hal­ten, sag­te die Prä­si­den­tin des Bun­des­rats, die rhein­land-pfäl­zi­sche Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Ma­lu Drey­er (SPD), vor der Län­der­kam­mer. Ih­re Amts­kol­le­gin, Saar-Re­gie­rungs­che­fin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU), er­klär­te mit Blick auf Auf­ru­fe zu Pro­tes­ten ge­gen NPD-De­mos: „Wir kön­nen den Bür­gern nicht er­klä­ren, war­um sie ge­gen Pla­ka­te de­mons­trie­ren sol­len, die mit staat­li­chen Gel­dern finan­ziert wor­den sind.“Die Spit­zen­kan­di­da­tin der Saar-SPD, Anke Rehlin­ger, un­ter­stütz­te den Vor­stoß ge­gen­über der SZ.

Die Grü­nen-Rechts­ex­per­tin Re­na­te Kü­n­ast mahn­te in­des zur Sorg­falt. Soll­te ein Fi­nan­zie­rungs­Aus­schluss der NPD vor Ge­richt schei­tern, wä­re das ein „De­sas­ter“. Der Zen­tral­rat der Ju­den in Deutsch­land be­grüß­te den Be­schluss – eben­so Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Heiko Maas (SPD). Die Bun­des­re­gie­rung neh­me die Karls­ru­her Hin­wei­se zum Ent­zug staat­li­cher Par­tei­en­fi­nan­zie­rung „sehr ernst“, sag­te Maas der „Rhei­ni­schen Post“. Steu­er­mit­tel für die NPD sei­en „ei­ne staat­li­che Di­rekt­in­ves­ti­ti­on in rechts­ra­di­ka­le Het­ze“. Ei­ne ent­spre­chen­de Än­de­rung hält der Saar­län­der noch vor der Bun­des­tags­wahl für mach­bar.

FO­TO: DPA

Ihr Wir­ken finan­ziert die rech­te NPD aus Steu­er­mit­teln. Das wol­len die Bun­des­län­der künf­tig ver­hin­dern.

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