Lim­burgs fleisch­lo­ses Glo­cken­spiel

GLOSSE

Saarbruecker Zeitung - - Standpunkt - VON SA­MU­EL RETLOW

Nach der Be­schwer­de ei­ner Ve­ga­ne­rin hat die Stadt Lim­burg das Lied „Fuchs, du hast die Gans ge­stoh­len“aus dem Glo­cken­spiel-Re­per­toire ih­res Rat­hau­ses ge­löscht. St­ein des An­sto­ßes war die Sa­che mit dem Jä­ger und dem Schieß­ge­wehr. Das er­schien der be­sorg­ten Tier­lieb­ha­be­rin als viel zu bru­tal. Da­bei hät­te man mei­nen kön­nen, Lim­burg ha­be im Mo­ment ganz an­de­re Pro­ble­me. Sei’s drum, wenn die Lim­bur­ger kon­se­quent sind, müs­sen sie auch „Al­le mei­ne Ent­chen“aus dem Glo­cken­spiel ver­ban­nen. Schließ­lich sug­ge­riert die Lied­stel­le „Köpf­chen un­ters Was­ser“, dass das Was­ser­ge­flü­gel er­trin­ken könn­te. Auch das Lied „Auf der Mau­er, auf der Lau­er“birgt höchs­tes Ge­fah­ren­po­ten­zi­al. Was ist, wenn die Wan­ze kopf­über her­un­ter­fällt? Ganz und gar nicht geht na­tür­lich „Der Hahn ist tot“, auch weil der Lim­bur­ger Bür­ger­meis­ter zu­fäl­lig so heißt. Am bes­ten spie­len die Hes­sen nur noch „Bru­der Ja­kob“rauf und run­ter. Da geht es nur um Men­schen – und das Glo­cken­spiel ist auch noch im Text drin.

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