Su­che nach dem Po­lit-Schmier­fin­ken

In Mal­statt tau­chen Zet­tel mit „Mer­kel muss weg“und an­de­ren Bot­schaf­ten auf. Das war auch The­ma ei­ner Bür­ger­ver­samm­lung.

Saarbruecker Zeitung - - Lokales - VON ANDRE­AS LANG

MAL­STATT Schmier­blät­ter, be­krit­zel­te Geschenke-An­hän­ger, klei­ne Auf­kle­ber und al­te Bücher, auf de­ren Auf­schlag­sei­te die­sel­ben Wor­te und Buch­sta­ben ste­hen wie auf den vor­ge­nann­ten Fund­sa­chen sor­gen für hel­le Auf­re­gung im obe­ren Mal­statt. Da ist zum ei­nen die Tat­sa­che, dass vie­le Be­woh­ner da­rin ei­ne Um­welt­ver­schmut­zung se­hen. Noch mehr sorgt sie aber, was auf den Hin­ter­las­sen­schaf­ten ge­schrie­ben steht. „AfD“näm­lich und „Mer­kel muss weg“.

Meist ha­ben die Mal­stat­ter die strit­ti­gen Flug­blät­ter im Be­reich des Kul­tur- und Le­se­treffs an der Grund­schu­le Knap­pen­roth und an der Le­ba­cher Stra­ße ge­fun­den. Wer Ur­he­ber die­ser Ak­ti­on sein könn­te und was da­ge­gen zu tun sei, war nun kurz­fris­tig The­ma ei­ner Bür­ger­ver­samm­lung, die der Stadt­teil­ver­ein „Mal­statt – ge­mein­sam stark“(Mags) in der Be­geg­nungs­stät­te der Ar­bei­ter­wohl­fahrt (Awo) in der Ei­fel­stra­ße or­ga­ni­siert hat. Da­bei stand die AfD im Fo­kus. Die Krit­ze­lei­en könn­te ei­ne Art Pro­pa­gan­da sein, die die AwoEh­ren­vor­sit­zen­de, lang­jäh­ri­ge so­zi­al­de­mo­kra­ti­sche Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin und Bür­ger­meis­ter­mut­ter Inge Latz an schreck­li­che Zei­ten

Gui­do Vo­gel-Latz er­in­nern. Sie warnt: „Weh­ret den An­fän­gen!“.

Auf An­fra­ge der Saar­brü­cker Zei­tung be­strei­tet der AfD-Kreis­vor­sit­zen­de Ru­dolf Müller, dass sei­ne Par­tei mit den Zet­teln in Mal­statt zu tun ha­be, „auch wenn mir der Ge­dan­ke ,Mer­kel muss weg’ nicht un­sym­pa­thisch ist“, sag­te Müller.

So bleibt un­klar, wer da­für ver­ant­wort­lich ist. Von AfD-Sym­pa­thi­san­ten bis hin zu ver­lei­te­ten Ju­gend­li­chen oder gar Grund­schü­lern ist al­les in Be­tracht zu zie­hen.

Zu­rück zur Bür­ger­ver­samm­lung am ver­gan­ge­nen Mon­tag – und da­mit zum wei­te­ren Vor­ge­hen der Be­trof­fe­nen. Beim Ord­nungs­amt sei der Fall schon an­hän­gig. Der kom­mu­na­le Ord­nungs­dienst müss­te die Ver­schmut­zer aber auf fri­scher Tat er­tap­pen. Dass die Ak­ti­on gar ein Fall für die Po­li­zei ist, die ei­ner An­zei­ge ge­gen Un­be­kannt nach­ge­hen kann, scheint un­ge­wiss. „Ist das über­haupt ei­ne Straf­tat?“, frag­te Ver­samm­lungs­lei­ter Gui­do Vo­gel-Latz.

Er­geb­nis der Ver­samm­lung in der Ei­fel­stra­ße: Die Mal­stat­ter wol­len sich beim zu­stän­di­gen Kon­takt­po­li­zis­ten über mög­li­che Schrit­te in­for­mie­ren. Vo­r­erst bleibt nur, die Schmier­zet­tel zu­fin­den, ein­zu­sam­meln und auf den Müll zu schmei­ßen.

„Ist das über­haupt

ei­ne Straf­tat?“

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