Den Bock zum Gärt­ner ge­macht

Saarbruecker Zeitung - - Motor -

Ich be­glei­te und för­de­re die Ener­gie­wen­de im Saar­land seit un­ge­fähr 20 Jah­ren, aber wie im Mo­ment die Wind­kraft im Saar­land ge­gen den Wil­len der Be­völ­ke­rung durch­ge­drückt wird, kann ich nicht be­für­wor­ten. Aus vie­len Ge­sprä­chen hö­re ich her­aus, dass die Stim­mung pro Ener­gie­wen­de am Kip­pen ist. In dicht be­völ­ker­ten Ge­bie­ten wird oh­ne Rück­sicht ge­plant und ge­baut. Laut Be­richt ste­hen im Saar­land die Wind­rä­der in der Re­gel im Ab­stand von 650 Me­tern von be­bau­ten Wohn­la­gen – das grenzt schon an Fol­ter. In Deutsch­land ist der Min­dest­ab­stand bei

1000 Me­tern, in Bay­ern so­gar bei 2000 Me­tern von Wohn­an­la­gen fest­ge­legt. Wäl­der wer­den im Saar­land mas­siv ab­ge­holzt, um Wind­rä­der auf­zu­stel­len. Un­ser Um­welt­mi­nis­ter Rein­hold Jost brüs­tet sich so­gar da­mit, dass schon 41 Wind­rä­dern im Wald auf­ge­stellt sind und wei­te­re sich in der Pla­nung be­fin­den. Da­bei geht es dem Saar­forst nur dar­um, Kas­se zu ma­chen. Pro Wind­rad be­kommt der Saar­forst im

Schnitt 50 000 Eu­ro pro An­la­ge. Da­bei ist ih­nen auch egal, dass vie­le Rä­der in Schwach­wind­ge­bie­ten ge­baut wer­den. Als Obers­ter Wald­hü­ter ist es die Pflicht des Um­welt­mi­nis­ters, den Wald zu schüt­zen, aber of­fen­sicht­lich hat man hier den Bock zum Gärt­ner ge­macht.

Karl-Heinz Weiß, Wad­gas­sen

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