Es wird nie ge­recht zu­ge­hen

So­zia­le Ge­rech­tig­keit

Saarbruecker Zeitung - - Motor -

Kaum ei­nen Be­griff ge­braucht Frau Rehlin­ger so oft wie so­zia­le Ge­rech­tig­keit. Für sie ist dies zen­tra­les SPD-The­ma. Sie sug­ge­riert da­mit die Gleich­heit der Le­bens­ver­hält­nis­se. Doch die Men­schen sind nicht gleich, es wird nie ge­recht zu­ge­hen. Das macht die so­zia­le Ge­rech­tig­keit reiz­voll für Po­pu­lis­ten und Lin­ke. Der Be­griff ist Ka­ta­ly­sa­tor für öf­fent­li­che Em­pö­rung. Po­li­tisch ist er ein Ver­spre­chen, mit dem fahr­läs­sig un­ge­deck­te Wech­sel aus­ge­stellt und Ideo­lo­gi­en trans­por­tiert wer­den. Weil die Chan­ce des ei­nen oft Nach­teil des an­de­ren ist, wird über so­zia­le Ge­rech­tig­keit ein Wer­te­sys­tem kon­stru­iert, oh­ne zu fra­gen, ob Ge­rech­tig­keit oh­ne Gleich­heit so­zi­al sein kann. So­zi­al ge­recht im Sin­ne ei­ner Ethik wä­re, al­len die glei­chen Zu­gangs­chan­cen zu Po­si­tio­nen, Bil­dung und In­for­ma­ti­on zu ge­wäh­ren. Aber lei­der wer­den bis zu den Wah­len die Ge­rech­tes­ten un­ter den Ge­rech­ten ih­re Wahl­schlach­ten auf dem Rü­cken der ed­len Tu­gend aus­tra­gen, oh­ne ih­rem Sinn ge­recht zu wer­den.

Her­mann Jo­sef Hie­ry, Ens­dorf

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