Die Sin­nes­or­ga­ne des Smart­pho­nes

Kann mein Han­dy mes­sen, wie groß ich bin? Mit die­ser Fra­ge hat sich Pro­fes­sor Andre­as Schütze bei der Kin­der-Uni be­schäf­tigt. Bei sei­ner Ar­beit er­forscht er Sen­so­ren, die auch in Smart­pho­nes ver­baut sind.

Saarbruecker Zeitung - - Beruf -

Oh­ren­be­täu­bend laut war es bei der ver­gan­ge­nen Kin­der-Uni. Die jun­gen Stu­den­ten durf­ten bei Pro­fes­sor Andre­as Schütze schrei­en und krei­schen so laut sie nur konn­ten. War­um all der Krach? Da­mit der Pro­fes­sor mit sei­nem Smart­pho­ne die Laut­stär­ke mes­sen konn­te. 120 De­zi­bel zeig­te das Ge­rät an. Al­so sehr, sehr laut.

Ein Smart­pho­ne kann heut­zu­ta­ge nicht nur hö­ren. Es kann auch se­hen, tas­ten und bald so­gar rie­chen. Die Au­gen des Han­dys sind die zwei Ka­me­ras, ei­ne vor­ne ei­ne hin­ten. „War­um ha­ben wir Men­schen zwei Au­gen ne­ben­ein­an­der?“, fragt Pro­fes­sor Schütze. Ein Kind mel­det sich: „Das wür­de ek­lig aus­se­hen, wenn wir ein Au­ge hin­ten am Kopf hät­ten.“Das stimmt na­tür­lich auch, aber der Pro­fes­sor er­klärt: „Mit zwei ne­ben­ein­an­der lie­gen­den Au­gen kön­nen wir drei­di­men­sio­nal se­hen, das kann das Han­dy nicht.“

Das Smart­pho­ne kann dar­über hin­aus auch füh­len: Wir be­die­nen es, in­dem wir den Bild­schrim be­rüh­ren. Die „Sin­nes­or­ga­ne“des Han­dys sind sei­ne Sen­so­ren. Mit die­sen Winz­lin­gen, viel klei­ner als ein Fin­ger­na­gel, be­schäf­tigt sich Schütze bei sei­ner Ar­beit. Der Pro­fes­sor für Mess­tech­nik ent­wi­ckelt sie an der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des. Er möch­te er­rei­chen, dass un­se­re Smart­pho­nes bald auch rie­chen kön­nen. So­ge­nann­te Gas­sen­so­ren kön­nen uns dann nicht nur vor schlech­ter Luft war­nen, son­dern uns auch ra­ten, die Zäh­ne zu put­zen, wenn wir Mund­ge­ruch ha­ben.

Die Ka­me­ra sieht, das Mi­kro­fon hört, der Bild­schirm fühlt, doch wie kann ein Sen­sor nun un­se­re Grö­ße mes­sen? Die Lö­sung hier­für ist ein Luft­druck­sen­sor. Da­mit mes­se man den Luft­druck, er­klärt der Pro­fes­sor. Je mehr Luft da ist, des­to hö­her ist der Druck. Das heißt im Um­kehr­schluss: Je hö­her man steigt, des­to nied­ri­ger wird der Luft­druck. Zu­künf­tig soll der Hö­hen­mes­ser bei der Na­vi­ga­ti­on in ei­nem Ge­bäu­de hel­fen, zum Bei­spiel, wenn man in ei­nem Auf­zug die ein­zel­nen Stock­wer­ke wech­selt.

„Wer ei­nen rich­tig gu­ten Druck­sen­sor hat, kann da­mit sei­ne Kör­per­grö­ße mes­sen“, sagt Schütze. Wer will, kann das selbst tes­ten: Da­für muss das Han­dy erst auf den Kopf und dann auf den Bo­den ge­legt wer­den.

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