Von Pro­mi-Paa­ren und Sel­fie-Jä­gern aus dem Saar­land

Saarbruecker Zeitung - - Themen des Tages -

(wk/vet) Un­ter den Wäh­lern von Frank-Wal­ter St­ein­mei­er war auch Schla­ger-Pro­mi Ro­land Kai­ser. Bei­de ken­nen sich gut. 2014, bei der Ver­lei­hung des Pu­bli­kums­prei­ses „Gol­de­ne Hen­ne“hat­te St­ein­mei­er die Lau­da­tio auf Kai­ser ge­hal­ten, der da­mals für sein Le­bens­werk ge­ehrt wur­de. Auch bei der SPDFe­te am Vor­abend der Bun­de­ver­samm­lung gab Kai­ser ein paar sei­ner Lie­der zum Bes­ten – und St­ein­mei­er sang ver­gnügt mit.

Ver­wal­tung kann ziem­lich hu­mor­los sein. Ama­lia, zwei Mo­na­te, durf­te nicht mit in den Plenar­saal – die Klei­ne ist zwar stimm­stark, war aber nicht stimm­be­rech­tigt. Mut­ter Ma­ri­na Weis­band lob­te die Ver­wal­tung des Bun­des­ta­ges den­noch für die Un­ter­stüt­zung, die sie be­kam. „Man hat uns prak­tisch ei­nen ei­ge­nen Be­treu­er zur Sei­te ge­stellt“, schwärm­te die Pi­ra­ten-Ak­ti­vis­tin. Der klär­te auch, ob Ama­lia ei­nen Ein­las­s­aus­weis brauch­te. Brauch­te sie aber nicht. „Nur wer auf ei­ge­nen Bei­nen ste­hen kann“, mein­te der Be­am­te – dann doch hu­mor­voll.

Schau­spie­le­rin Na­ta­lia Wör­ners rech­ter Fuß steck­te in ei­ner me­di­zi­ni­schen Man­schet­te. „Klei­ner Ski­un­fall, aber kein Bruch“, sag­te die Le­bens­ge­fähr­tin von Jus­tiz­mi­nis­ter Heiko Maas (SPD). Der be­kam prompt den Jour­na­lis­ten­spott ab. Ob das et­wa ein neu­es Mo­dell für die Fuß­fes­sel sei, de­ren Ein­satz er ge­ra­de aus­ge­wei­tet hat? Maas grins­te, Wör­ner pro­tes­tier­te. „Der Spruch ist von mir.“

Sel­fies wo­hin man blick­te, vie­le De­le­gier­te der Bun­des­ver­samm­lung be­nah­men sich wie die Te­e­nies. Jo­gi Löw war das be­lieb­tes­te Mo­tiv, dicht ge­folgt von Dra­gQueen Oli­via Jo­nes. Be­son­ders eif­rig sam­mel­te An­ke Rehlin­ger Han­dy-Bil­der. Pe­ter Maf­fay, Iris Ber­ben, Na­ta­lia Wör­ner – fet­te Beu­te schon in den ers­ten fünf Mi­nu­ten der SPD-Frak­ti­ons­sit­zung. Rehlin­ger kann die Schnapp­schüs­se brau­chen, sie ist Spit­zen­kan­di­da­tin im Land­tags­wahl­kampf des Saar­lan­des.

Gre­gor Gy­si kam erst kurz vor knapp in die Bun­des­ver­samm­lung aus Düs­sel­dorf an­ge­flo­gen. Am Vor­abend hat­te er in Aa­chen den Kar­ne­vals­or­den „Wi­der den tie­ri­schen Ernst“er­hal­ten. „So was kriegt ihr hier ja gar nicht mit“, scherz­te er mit den Re­por­tern. Ob er selbst gern Bun­des­prä­si­dent wer­den wür­de? Das sei er schon oft ge­fragt wor­den, ko­ket­tier­te Gy­si. „Aber ich bin kein prä­si­dia­ler Typ“.

Un­er­müd­lich im Ein­satz für die ZDF-Heu­te-Show war Lutz van der Horst. CDU-Mann Jens Spahn frag­te der Ko­mö­di­ant, ob man nicht bes­ser Mar­tin Schulz statt St­ein­mei­er auf­ge­stellt hät­te. Da hät­te man den SPD-Kanz­ler­kan­di­da­ten doch schon mal ele­gant „aus dem Weg ge­räumt“. Spahn kon­ter­te schlag­fer­tig: Na ja, vi­el­leicht be­wer­be sich Schulz ja noch ein­mal als Bür­ger­meis­ter in Wür­se­len. Da muss­te so­gar van der Horst la­chen.

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