Vol­ler Ir­run­gen und Wir­run­gen

TV-KRI­TIK

Saarbruecker Zeitung - - Fernsehen - Po­li­zei­ruf 110: Dün­nes Eis,

Sonn­tag ist Kri­mi­zeit. War­um der „Po­li­zei­ruf“noch im­mer ein we­nig im Schat­ten des „Tat­orts“steht, war nach die­ser Epi­so­de wie­der ein­mal nicht nach­voll­zieh­bar. Denn die Mag­de­bur­ger Kom­mis­sa­re leg­ten ei­nen durch­aus se­hens­wer­ten, wenn auch sehr ver­schach­tel­ten Auf­tritt hin. Ge­zeich­net war die Epi­so­de vor al­lem von ei­nem Fak­tor: Lü­gen. Zwar ließ sich das Feld der in­fra­ge kom­men­den Tä­ter schnell ein­gren­zen, die Flun­ke­rei­en von An­ja Pee­litz (Chris­ti­na Gro­ße), der Mut­ter der En­führ­ten, mach­ten es dem Zu­schau­er je­doch nicht leicht, die Tat­be­stän­de und Cha­rak­te­re zu durch­schau­en und lie­ßen so ei­ne un­vor­her­seh­ba­re No­te ein­flie­ßen. Sym­pa­thie und Em­pa­thie ließ die Fi­gur zwar nicht zu, den­noch war sie ein wert­vol­ler Grund­bau­stein im Dreh­buch von Eo­in Moo­re und Ani­ka Wan­gard. Die­sen glück­te es, die Span­nung bis zum Schluss hoch­zu­hal­ten.

Nur das Er­mitt­ler­ge­spann Brasch (Clau­dia Mi­chel­sen) und Köh­ler (Matthias Matsch­ke) braucht of­fen­sicht­lich noch Zeit, um warm zu wer­den. Wie ge­habt, leg­te die schrof­fe Er­mitt­le­rin we­nig Wert auf Te­am­work und pro­vo­zier­te ei­nen Streit mit dem Kol­le­gen. Da ha­ben die Fil­me­ma­cher noch ei­nen lan­gen Weg vor sich, die Kom­mis­sa­re zu ei­ner Ein­heit zu for­men.

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