Apo­ka­lyp­se im schö­nen Spree­wald

TV-KRI­TIK

Saarbruecker Zeitung - - Fernsehen -

Ins Herz der Fins­ter­nis führ­ten dies­mal die Er­mitt­lun­gen des in­tro­ver­tier­ten Thors­ten Krü­ger (Chris­ti­an Redl). Denn mit der The­ma­ti­sie­rung von Kriegs­trau­ma­ta und den viel­fäl­ti­gen Ein­stel­lun­gen von Boo­ten, die sich durch den Hoch­wald schlän­gel­ten, rief Re­gis­seur Chris­ti­an Görlitz lei­se Er­in­ne­run­gen an „Apo­ca­lyp­se Now“, das Meis­ter­werk von Fran­cis Ford Cop­po­la, wach. Auch, da der ZDF-Kri­mi eben­so wie der le­gen­dä­re An­ti­kriegs­film mit ei­nem Knall­ef­fekt be­gann, um dann in ei­nen ru­hi­gen Er­zähl­fluss zu ver­fal­len. Die­ser pass­te her­vor­ra­gend zum Spiel mit den Zeit­ebe­nen, das sich in der Rei­he be­währt hat und auch dies­mal ge­lun­gen um­ge­setzt wur­de. Die Ge­gen­schnit­te zu Be­ginn des Films si­cher­ten so­fort die vol­le Auf­merk­sam­keit des Zu­schau­ers, und der Rück­blick auf die ei­ge­nen trau­ma­ti­schen Er­in­ne­run­gen Krü­gers har­mo­nier­ten mit dem ak­tu­el­len Fall, wo­bei sie nie kon­stru­iert wirk­ten. Sei­ne ein­zi­ge Län­ge hat­te der Spiel­film, als es um die Er­mitt­lung der wah­ren Tä­ter ging und die Ins­ze­nie­rung in kon­ven­tio­nel­le Kri­mi­bah­nen ein­schwenk­te. Ei­ne ge­ra­de­zu hyp­not­hi­sche Schluss­sze­ne mach­te dies al­ler­dings wie­der wett. „Spiel mit dem Tod“ver­deut­lich­te ein­mal mehr, welch au­ßer­ge­wöhn­li­che Rei­he der „Spree­wald­kri­mi“ist.

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