Pe­ter Thei­sen trägt jetzt den Eh­ren­ring

Gro­ßer Bahn­hof im Fest­saal des Rat­hau­ses St. Jo­hann: Au­ßer­dem gin­gen die Nar­ren­schil­de an ver­dien­te Kar­ne­va­lis­ten.

Saarbruecker Zeitung - - Lokales - VON ANDRE­AS LANG

SAARBRÜCKEN Als sei­ne Eu­len­sän­ger ihm zum Gas­sen­hau­er „Ruß­hüt­ter Näch­te sind lang“noch ein­mal ei­ne Lau­da­tio sin­gen, glaubt sich der neue Eh­ren­ring­trä­ger der Saar­brü­cker Nar­ren­run­de ei­nen Au­gen­blick lang un­be­ob­ach­tet. Da blickt der frisch ge­ehr­te Pe­ter Thei­sen zur De­cke des Saar­brü­cker Rat­haus­fest­saals und ver­drückt sich ein paar Trä­nen der Rüh­rung.

„Der Pe­da heut den Eh­ren­ring er­hält, die Nar­ren­run­de hat ihn aus­er­wählt“, sin­gen die Eu­len­sän­ger un­ter an­de­rem. Und: „Den Eu­len ist er seit 74 treu, seit 43 Jah­ren mit da­bei, zu­erst Bal­lett und auch im El­fer­rat, das war bei uns sein Kar­rie­re­start.“Der ihn an die Ver­eins­spit­ze führ­te: „Ging in den Vor­stand, erst als zwei­ter Mann, an die Spit­ze folgt er Hans Eck dann.“Da­zwi­schen gönn­te er sich aber ei­ne Pau­se, und so be­san­gen die Eu­len die ge­nann­te, be­son­ders rüh­ren­de Stel­le: „Es stell­ten sich zwei jun­ge Eu­len ein, selbst die sind jetzt schon lan­ge im Ver­ein.“Sohn Ste­fan und Toch­ter An­ja, die wie Beng­ta, Ehe­frau des Eh­ren­ring­trä­gers, treue Kar­ne­va­lis­ten sind. „Ich den­ke, mei­ne Kin­der sind gut ge­ra­ten“, so Pe­ter Thei­sen in sei­ner An­spra­che - wie­der zu­tiefst ge­rührt. An­sons­ten herrsch­te Hei­ter­keit: „Mei­ne An­spra­che ha­be ich nach Eu­len­art auf­ge­schrie­ben: auf ei­nem Bier­de­ckel.“Der war al­ler­dings säu­ber­lich in Fo­lie ein­ge­wi­ckelt. Der Eh­ren­ring ist das höchs­te Eh­ren­zei­chen, wel­ches die Saar­brü­cker Nar­ren­run­de jähr­lich an ei­nen ver­dien­ten Kar­ne­va­lis­ten ver­gibt. Der El­fer­rat der Bur­ba­cher Kar­ne­vals­ge­sell­schaft „Mir sin do“(MSD) stif­tet das wert­vol­le Schmuck­stück, das tra­di­tio­nell Saar­brü­ckens Stadt­ober­haupt dem Wür­den­trä­ger an den Ring­fin­ger steckt. Ei­ne Auf­ga­be, die Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz seit Jah­ren ger­ne über­nimmt.

Eben­so, wie die Ver­lei­hung der Nar­ren­schil­de für ver­dien­te Kar­ne­va­lis­ten, die meist un­be­merkt im Hin­ter­grund der Kar­ne­vals­ver­ei­ne ar­bei­ten. Auch die­se Kar­ne­va­lis­ten wählt die Nar­ren­run­de aus. Sie be­steht aus Ver­tre­tern der Saar­brü­cker Kar­ne­vals­ver­ei­ne, des MSD-El­fer­rats, der Ober­bür­ger­meis­te­rin oder ih­rem Ver­tre­ter, aus Pres­se­ver­tre­tern und nicht zu­letzt al­len noch le­ben­den Eh­ren­ring­trä­gern. Die­ses Mal gin­gen die Nar­ren­schil­de an Eli­sa­beth Ja­ger von der MSD, Thors­ten Gö­ritz von den Gü­din­ger Saar­ra­ke­ten und Al­bert Kin­del von der „M’r sin nit so“. Zum Dank tru­gen die Kar­ne­vals­ge­sell­schaf­ten der Geehr­ten zum Pro­gramm bei. Die Saar­ra­ke­ten schick­ten ih­re Show­girls in den Fest­saal, die MSD schick­te ihr Ju­nio­ren­ma­rie­chen Se­re­na Jo­ast, und die „M’r sin nit so“sand­te Ma­rie­chen Sa­mi­ra Ab­dou­laye.

FO­TO: BE­CKER&BREDEL

Kaum hat­te Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz (links) den Nar­ren­ring an Pe­ter Thei­sens (Mit­te) Fin­ger ge­steckt, da nahm Kar­ne­va­list Ewald Blum den Ring noch ein­mal re­spekt­voll in Au­gen­schein.

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