Sau­ber und ge­pflegt von Kopf bis Fuß

Ei­ne über­trie­be­ne Kör­per­hy­gie­ne kann die Schutz­bar­rie­re der Haut schä­di­gen. Ex­per­ten ge­ben nütz­li­che Hin­wei­se.

Saarbruecker Zeitung - - WOHLFUHLEN - VON KAT­HA­RI­NA ROLSHAUSEN

SAAR­BRÜ­CKEN Sich täg­lich zu du­schen, war zu Groß­mut­ters Zei­ten noch un­denk­bar. Es ist noch nicht all­zu lan­ge her, dass der Sams­tag der Ba­de­tag für die gan­ze Fa­mi­lie war. Hei­ßes und kal­tes Was­ser wur­den in ei­nem gro­ßen Holz­zu­ber ver­mischt und nach­ein­an­der ba­de­ten Klein und Groß da­rin. Heu­te duscht et­was mehr als die Hälf­te der Deut­schen ein­mal am Tag, rund vier Pro­zent so­gar zwei­mal täg­lich. Das er­gab ei­ne Stu­die des Ar­ma­tu­ren- und Brau­sen­her­stel­lers Hans­gro­he. Für Wohl­ge­fühl so­wie Sau­ber­keit von Kör­per, Haa­ren, Hän­den, Fü­ßen oder Ge­sicht sor­gen nicht nur ent­spre­chen­de Kos­me­tik­pro­duk­te, wie die fol­gen­den Tipps zei­gen.

Kör­per: Für das Du­schen gilt: mög­lichst kurz, nicht zu heiß und sich nicht je­des Mal kom­plett ein­sei­fen. Das emp­fiehlt die Platt­form ge­sund­heit.de vor al­lem bei tro­cke­ner Haut. „Der Säu­re­schutz­man­tel, der die Haut vor äu­ße­ren Ein­flüs­sen be­wahrt, wird durch je­des Du­schen ge­schä­digt.“Dusch­gels für tro­cke­ne Haut soll­ten pH-neu­tral (pH 7) bis sau­er (pH 5) sein. Emp­feh­lens­wert sind auch Du­schö­le oder Cre­me­duschen. Ähn­li­ches gel­te für sen­si­ble Haut, die nach dem Du­schen mit ei­nem wei­chen Hand­tuch ab­ge­tupft wer­den soll­te. Fet­ti­ge Haut ste­cke häu­fi­ges Du­schen zwar bes­ser weg, aber auch da­bei soll­te ein mil­des Dusch­gel ver­wen­det wer­den.

Haa­re: Ähn­lich wie bei der Haut kommt es auch beim Wa­schen der Haa­re auf den Typ an. Die Mo­de­zeit­schrift Ins­tyle rät, fei­ne Haa­re je­den Tag zu wa­schen und da­bei Vo­lu­men-Sham­poos zu ver­wen­den. Bei di­ckem Haar sor­gen Pro­duk­te mit Ar­gan­öl oder She­abut­ter, die nur al­le zwei oder drei Ta­ge ver­wen­det wer­den müs­sen, für Feuch­tig­keit, Pfle­ge und Glanz. Wer Haar hat, das schnell nach­fet­tet, kann die­ses bei Be­darf auch täg­lich wa­schen, al­ler­dings soll­ten hier scho­nen­de Sham­poos, die rei­ni­gen­de Stof­fe wie Pfef­fer­min­ze, Eu­ka­lyp­tus oder Ka­mil­le ent­hal­ten, zum Ein­satz kom­men und Con­di­tio­ner und Pfle­ge­ku­ren nur in die Spit­zen ge­ge­ben wer­den. Beim Aus­spü­len der Pfle­ge­pro­duk­te sorgt ein kal­ter Guss zum Ab­schluss für ei­ne glän­zen­de Haar­pracht.

Ge­sicht: Ein- bis zwei­mal am Tag das Ge­sicht zu rei­ni­gen, ist nach An­ga­ben von www.fit­for­fun.de voll­kom­men aus­rei­chend. „Häu­fi­ges

Ge­rald Dunkl Wa­schen kann die Haut rei­zen und zu ei­ner Über­pro­duk­ti­on von Fet­ten füh­ren.“Das Was­ser soll­te lau­warm und das Rei­ni­gungs­mit­tel auf den in­di­vi­du­el­len Haut­typ ab­ge­stimmt sein. Wich­tig sei, dass Ve­r­un­rei­ni­gun­gen eben­so wie Ma­ke-up ent­fer­nen wür­den, oh­ne dass sich da­bei zu vie­le der hau­t­ei­ge­nen Öle und ge­sun­den Zel­len ab­lös­ten. Dann re­gie­re die Haut ir­ri­tiert, rö­tet sich und spannt. Wer ei­nen Ma­ke-up-frei­en Tag ein­legt oder tags­über nicht all­zu sehr schwitzt, kann abends auf das Rei­ni­gungs­pro­dukt ver­zich­ten. „Es tut Ih­rer Haut gut, wenn Sie Ihr von Zeit zu Zeit ei­ne Pau­se von den gan­zen Be­au­ty-Pro­duk­ten gön­nen.“Wich­tig ist, das Ge­sicht nach dem Wa­schen sanft tro­cken­zu­tup­fen. Da­bei soll­te ein sau­be­res und wei­ches Hand­tuch ver­wen­det wer­den.

Hän­de: An­läs­se, die Hän­de zu wa­schen, gibt es vie­le: nicht nur, wenn sie schmut­zig ge­wor­den sind, son­dern un­ter an­de­rem auch vor dem Es­sen, nach dem Toi­let­ten­be­such, nach er­käl­tungs­be­ding­tem Nie­sen und Hus­ten so­wie nach dem Kon­takt mit kran­ken Per­so­nen. Das Ro­bert-KochIn­sti­tut emp­fiehlt fol­gen­den Ablauf beim Hän­de­wa­schen: Un­ter flie­ßen­dem Was­ser an­feuch­ten, gründ­lich ein­sei­fen, da­bei die Sei­fe auch auf dem Hand­rü­cken, den Hand­ge­len­ken und zwi­schen den Fin­gern ver­rei­ben, un­ter flie­ßen­dem Was­ser gut ab­spü­len und mit ei­nem Hand­tuch trock­nen, das nur ein­mal be­nutzt wird. Ei­ne Stu­die der Uni Re­gens­burg hat er­ge­ben, dass Hän­de­wa­schen oh­ne Sei­fe nichts bringt, die Tem­pe­ra­tur des Was­sers hin­ge­gen egal ist. Die op­ti­ma­le Wasch­dau­er be­tra­ge 30 Se­kun­den, da da­bei „99,9 Pro­zent der Bak­te­ri­en und Kei­me ge­tö­tet wer­den“.

Fü­ße: Die Fü­ße wer­den beim Du­schen oder Ba­den au­to­ma­tisch mit­ge­wa­schen. Ein pfle­gen­des Fuß­bad soll­te nach An­ga­ben der Zeit­schrift El­le 20 bis 38 Grad warm sein und höchs­tens zehn Mi­nu­ten dau­ern. Für den „ex­tra Spa-Fak­tor“sor­gen da­bei ein paar Trop­fen Ro­sen­öl. Wich­tig sei das Ab­trock­nen zwi­schen den Ze­hen im An­schluss. „Dort sit­zen am meis­ten Bak­te­ri­en.“Dies beugt nicht nur un­an­ge­nehm rie­chen­den Schweiß­fü­ßen, son­dern auch Fuß­pilz vor. Auch das an­schlie­ßen­de Ein­cre­men soll­te fes­ter Be­stand­teil der Fuß­pfle­ge sein.

Beim The­ma Kör­per­hy­gie­ne kann es auch ein Zu­viel des Gu­ten ge­ben. Die­se Weis­heit hat den ös­ter­rei­chi­schen Psy­cho­lo­gen und Apho­ris­ti­ker Ge­rald Dunkl zu ei­nem klei­nen Reim in­spi­riert: „Sau­ber­keit ist si­cher gut, wer’s über­treibt, sich scha­den tut.“

„Sau­ber­keit ist si­cher gut, wer’s über­treibt, sich scha­den tut.“

FO­TO: VALUA VITALY/FO­TO­LIA

Das Du­schen ist bei vie­len Men­schen ein fes­ter Be­stand­teil des mor­gend­li­chen Rei­ni­gungs­ri­tu­als.

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