Au­then­tisch und zäh zugleich

TV-KRI­TIK

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN -

Ar­beits­lo­sig­keit, fi­nan­zi­el­ler Druck, schlech­te Zu­kunfts­aus­sich­ten, schein­bar end­lo­se Teu­fels­krei­se – das ist wohl das Alb­traum­sze­na­rio ei­nes je­den Men­schen. Für die Prot­ago­nis­tin­nen Cé­li­ne (Romane Bohrin­ger), Nat­ha­lie (Ma­rie Den­arn­aud), Sel­ma (Nai­dra Aya­di) und Aga­the (Ma­rie-Soh­na Con­dé) ist die­se Angst mit der Schlie­ßung ei­ner re­gio­na­len Fa­b­rik be­reits zur Rea­li­tät ge­wor­den. Fort­an folg­te man den Ein­zel­schick­sa­len die­ser Per­so­nen, oh­ne all­zu vie­le In­for­ma­tio­nen zum gro­ßen Gan­zen zu be­kom­men. Selbst Na­men wur­den nur spär­lich ein­ge­streut, so­dass schon dies – zu spä­ter St­un­de und in fran­zö­si­scher Sprach­fas­sung mit deut­schen Un­ter­ti­teln – bei der An­zahl an Cha­rak­te­ren zu ei­ner Her­aus­for­de­rung wur­de. Auch wirk­ten die er­zähl­ten Ge­schich­ten zu­sam­men­hang­los, selbst wenn sie ein un­ter­schied­li­ches Bild der Si­tua­ti­on so­wie di­ver­se Lö­sungs­ver­su­che bo­ten. Da­bei ver­miss­te man zu­dem ei­nen über­ge­ord­ne­ten Hand­lungs­strang, bei dem die Din­ge ins Rol­len ka­men, und auch der im Ti­tel er­wähn­te Ring, in dem die Frau­en ih­ren Frust beim Kämp­fen zu kom­pen­sie­ren ver­such­ten, blieb blass. Zwar sorg­te die­ses Schlep­pen der Ge­schich­te für die nö­ti­ge Nä­he zur Rea­li­tät, stieß aber in dra­ma­tur­gi­scher Hin­sicht sau­er auf.

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