Cy­mer will den Platz nicht mehr her­ge­ben

Der 1. FC Saar­brü­cken star­tet am Sams­tag mit ei­ner neu­en Num­mer eins im Tor in die Rest­run­de: Ric­co Cy­mer er­setzt Da­vid Sal­feld.

Saarbruecker Zeitung - - SPORT - VON PATRIC CORDIER über sei­nen Sta­tus beim 1. FC Saar­brü­cken

SAAR­BRÜ­CKEN Im ver­gan­ge­nen Som­mer wech­sel­te Tor­hü­ter Ric­co Cy­mer von der U 23 des Fuß­ball­Bun­des­li­gis­ten TSG Hof­fen­heim zum Re­gio­nal­li­gis­ten 1. FC Saar­brü­cken. „Ich ha­be acht Jah­re die Ju­gend­mann­schaf­ten in Hof­fen­heim durch­lau­fen. Dar­um war das na­tür­lich ei­ne gro­ße Um­stel­lung für mich hier in Saar­brü­cken“, blickt der 21-Jäh­ri­ge zu­rück: „In Hof­fen­heim wa­ren wir froh, wenn der Geg­ner Zu­schau­er mit­ge­bracht hat. Hier ist das In­ter­es­se und die öf­fent­li­che Wahr­neh­mung ei­ne ganz an­de­re. Die größ­ten Pro­ble­me hat­te ich aber mit dem Dia­lekt. Manch­mal wuss­te ich im Trai­ning nicht, was Fran­ki ei­gent­lich von mir will.“

Fran­ki – das ist Tor­wart­trai­ner Frank Ka­ckert. Und der ist von sei­nem Schütz­ling sehr an­ge­tan: „Ric­co ist ein jun­ger, sehr ta­len­tier­ter Tor­wart. Er ist un­glaub­lich lern­wil­lig. Den kannst du nachts an­ru­fen – und der kommt zum Trai­ning. Man merkt ihm die gu­te Aus­bil­dung bei der TSG an, gera­de im Spiel 1:1 hat er sei­ne Stär­ken.“

Doch die hat­ten am En­de der Som­mer­vor­be­rei­tung nicht ge­reicht, Cy­mer zur Num­mer eins im FCS-Tor zu ma­chen. Trai­ner Dirk Lott­ner hat­te sich für den Kon­kur­ren­ten Da­vid Sal­feld ent­schie­den. „Ich wur­de ins Trai­ner­bü­ro ge­ru­fen, und da hat er mir dann er­klärt, dass nur Nuan­cen den Aus­schlag ge­ge­ben hät­ten“, er­zählt Cy­mer, als sei es ges­tern ge­we­sen: „Das war na­tür­lich ein Schlag für mich. Ich ha­be auch ganz ehr­lich ein paar Wo­chen ge­braucht, um mit der Ent­schei­dung klar­zu­kom­men. Aber Schmol­len hilft ja nichts.“

Tor­hü­ter Ric­co Cy­mer

Cy­mer hat sich im Trai­ning rein­ge­hau­en. Sein Ver­hält­nis zum Da­vid Sal­feld be­schreibt er als „kol­le­gi­al“: „Aber es ist klar, dass wir kei­ne bes­ten Freun­de sein kön­nen.“Wäh­rend Sal­feld in den Meis­ter­schafts­spie­len zum Ein­satz kam, blie­ben Cy­mer nur die Po­kal­par­ti­en – und zwei Spie­le, als der Kon­kur­rent ver­letzt war. Beim 1:2 in Wat­zen­born und beim 4:2 ge­gen Nöt­tin­gen muss­te er je­weils zwei Mal hin­ter sich grei­fen. „Die Geg­ner kom­men zwei Mal vor das Tor und tref­fen. Das sind dann Spie­le, wo du als Tor­wart nur schlecht aus­se­hen kannst“, be­schreibt Cy­mer die Si­tua­ti­on: „Aber man muss sich mit je­der ge­lun­ge­nen Ak­ti­on Selbst­ver­trau­en ho­len. Egal, ob Po­kal­spiel, Meis­ter­schaft oder Trai­ning. Es ist nicht nur ei­ne kör­per­li­che Sa­che, es ist auch ei­ne Fra­ge des Men­ta­len. Als Er­satz­mann musst du im­mer be­reit sein ein­zu­sprin­gen und dann dei­ne best­mög­li­che Leis­tung ab­zu­ru­fen.“

Die­se Ge­le­gen­heit be­kommt der ge­bür­ti­ge Heil­bron­ner an die­sem Sams­tag beim Rest­run­den­auf­takt des FCS ge­gen Asto­ria Wall­dorf um 14 Uhr im Her­man­nNeu­ber­ger-Sta­di­on in Völk­lin­gen. Sal­feld wird we­gen ei­nes Mus­kel­fa­ser­ris­ses im Ober­schen­kel die nächs­ten Wo­chen aus­fal­len. „Ich möch­te die­se Chan­ce na­tür­lich nut­zen und mir den Platz im Tor er­kämp­fen“, sagt Cy­mer. Er weiß aber auch, dass der Er­folg des Ein­zel­nen nur im Kol­lek­tiv zu er­rei­chen ist: „Wir wol­len ver­su­chen, al­le Spie­le zu ge­win­nen.“

Cy­mers Ver­trag läuft noch bis 2018. Mitt­ler­wei­le wohnt er in Dudweiler. Er fühlt sich wohl und schaut ge­spannt in die Zu­kunft: „Ich will bis zum Som­mer im Tor ste­hen und auch kom­men­de Sai­son mit dem Ver­ein an­grei­fen. Es macht rie­sig Spaß, vor die­sen Zu­schau­ern spie­len zu dür­fen.“

„Ich ha­be ein paar Wo­chen ge­braucht, um mit der Ent­schei­dung

klar­zu­kom­men.“

FO­TO: SCH­LICH­TER

Ric­co Cy­mer muss­te sich ein hal­bes Jahr lang mit der Rol­le des Er­satz­tor­hü­ters ar­ran­gie­ren. Jetzt ist der frü­he­re Hof­fen­hei­mer die Num­mer eins im Tor des 1. FC Saar­brü­cken.

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