Les­ser strahlt trotz ver­pass­ter Me­dail­le

Der US-Ame­ri­ka­ner Bai­ley hat über­ra­schend das Ein­zel­ren­nen bei der Bi­ath­lon-WM ge­won­nen.

Saarbruecker Zeitung - - SPORT - VON THO­MAS WOL­FER

HOCH­FIL­ZEN (sid) Erik Les­ser warf sich aus­ge­pumpt in den Schnee. Er brauch­te lan­ge, bis er wie­der bei Kräf­ten war: Sei­ne Ener­gie­leis­tung im schwe­ren Ein­zel-Ren­nen wur­de bei der WM in Hoch­fil­zen nicht mit der er­hoff­ten Me­dail­le be­lohnt. Für den ehe­ma­li­gen Dop­pel­welt­meis­ter reich­te es über 20 Ki­lo­me­ter nach ei­nem Schieß­feh­ler zu Platz vier. Zu Bron­ze fehl­ten dem 28-Jäh­ri­gen 10,8 Se­kun­den. Beim Sen­sa­ti­ons­sieg des feh­ler­frei­en Lo­well Bai­ley, der das ers­te Gold für die USA im Bi­ath­lon über­haupt ge­wann, hat­te Les­ser 32,0 Se­kun­den Rück­stand. Sil­ber si­cher­te sich Ond­rej Mora­vec aus Tsche­chi­en vor dem Fran­zo­sen Mar­tin Four­ca­de. Letz­ter deut­scher Welt­meis­ter im Ein­zel bleibt da­mit Sven Fischer, der 1999 den Ti­tel ge­wann. In kei­ner an­de­ren Dis­zi­plin müs­sen die deut­schen Ski­jä­ger be­reits so lan­ge auf ei­ne Gold­me­dail­le war­ten.

„Ich ha­be in der letz­ten Run­de noch mal al­les ge­ge­ben. Es war nicht ganz ein­fach, aber ich bin trotz­dem su­per zu­frie­den“, sag­te Les­ser, der sich nicht über das ver­pass­te Edel­me­tall är­ger­te: „Mein Ziel war es, nach der Ver­fol­gung wie­der ein gu­tes Ren­nen ab­zu­lie­fern und wie­der ein gu­tes Ge­fühl zu be­kom­men. Das ha­be ich er­le­digt.“In der Ver­fol­gung war Les­ser mit vier Feh­lern nur 28. ge­wor­den.

Zweit­bes­ter Deut­scher wur­de Si­mon Sch­empp, der Rang 13 be­leg­te. Für die deut­schen Bi­ath­le­ten war es das zwei­te von sie­ben WM-Ren­nen in Hoch­fil­zen, bei dem es kei­ne Me­dail­le gab. Les­ser hat­te 2014 bei den Olym­pi­schen Spie­len in Sot­schi in der Kö­nigs­dis­zi­plin über­ra­schend Sil­ber ge­won­nen. Im Pil­ler­see­tal traf er ges­tern sei­ne ers­ten Schüs­se, ehe er im zwei­ten Schie­ßen ein­mal patz­te und an­schlie­ßend wie­der al­le Schei­ben traf. Bei früh­lings­haf­ten Tem­pe­ra­tu­ren von knapp zehn Grad und strah­len­dem Son­nen­schein hat­te sich Les­ser die Ho­sen­bei­ne sei­nes Renn­an­zu­ges ab­ge­schnit­ten, um nicht noch mehr ins Schwit­zen zu kom­men. Vie­le Kol­le­gen ta­ten es ihm gleich. Ei­nen Tag zu­vor war Lau­ra Dahl­mei­er nach ih­rem Ein­zel­sieg kurz zu­sam­men­ge­bro­chen, die un­ge­wöhn­lich war­men Tem­pe­ra­tu­ren tru­gen ei­nen gro­ßen Teil da­zu bei.

Sch­empp lief in vol­ler Mon­tur, konn­te Les­ser aber nicht fol­gen. Er muss­te sich nach zwei Schieß­feh­lern mit Platz 13 be­gnü­gen – und ver­pass­te er­neut die er­hoff­te Ein­zel­me­dail­le. Zwar war die WM für den 28-Jäh­ri­gen zu­vor zu­frie­den­stel­lend ver­lau­fen, nach dem Gold mit der Mi­xed­staf­fel blieb er als Ne­un­ter des Sprints und Zehn­ter in der Ver­fol­gung al­ler­dings hin­ter den Er­war­tun­gen.

Für Dahl­mei­er, die die Er­war­tun­gen mehr als er­füllt, bie­tet sich mit der Frau­en­staf­fel heu­te (14.45 Uhr/ARD und Eu­ro­sport) nach drei­mal Gold und ein­mal Sil­ber be­reits die fünf­te Chan­ce auf ei­ne Me­dail­le. Mit Va­nes­sa Hinz, Ma­ren Ham­mer­schmidt und Fran­zis­ka Hil­de­brand will sie als Schluss­läu­fe­rin den WM-Tri­umph von vor zwei Jah­ren in Kon­tio­lah­ti wie­der­ho­len.

FO­TO: IMA­GO

Der US-Ame­ri­ka­ner Lo­well Bai­ley be­ju­belt sei­nen Sen­sa­ti­ons­sieg bei der Bi­ath­lon-WM.

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