Eh­ren­amt­ler und Müt­ter müs­sen Hü­te tra­gen

GLOS­SE

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT - VON PIA ROLFS

Das mo­der­ne Le­ben lei­det un­ter ei­nem gro­ßen Wi­der­spruch. So will der Mensch ei­ner­seits im­mer mehr un­ter ei­nen Hut brin­gen. Setzt aber an­de­rer­seits gar kei­ne Hü­te mehr auf – nur ganz mo­de­be­wuss­te Jun­ge tun dies.

Müt­ter et­wa wol­len Be­ruf und Fa­mi­lie un­ter ei­nen Hut brin­gen. Man­chen wür­de es schon rei­chen, das mit den ver­schie­de­nen In­ter­es­sen der Fa­mi­li­en­mit­glie­der zu schaf­fen. Frei­zeit und Haus­halt las­sen sich oft nicht ver­ein­ba­ren, manch­mal nicht ein­mal Wohl­be­fin­den und Part­ner­schaft. Und vie­le glau­ben laut ei­ner For­sa-Um­fra­ge auch, dass Eh­ren­amt und Be­ruf ein­fach nicht un­ter ei­nen Hut zu brin­gen sind.

Aber zu­min­dest Letz­te­re soll­ten nicht ver­zwei­feln. Denn wenn sie es nur auf­rich­tig wol­len, gibt es ei­ne oft prak­ti­zier­te und ge­sell­schaft­lich to­tal ak­zep­tier­te Mög­lich­keit, Be­ruf und Zu­satz­auf­ga­be zu ver­ein­ba­ren. Nur heißt die Tä­tig­keit, die ne­ben dem Be­ruf aus­ge­übt wird, dann meis­tens nicht „Eh­ren­amt“. Son­dern „un­be­zahl­te Über­stun­den.“

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