Er­mitt­lun­gen ge­gen AfD-Kan­di­dat: Er­geb­nis noch vor der Wahl

Saarbruecker Zeitung - - LANDESPOLITIK - VON DIET­MAR KLOSTERMANN

SAAR­BRÜ­CKEN Die Staats­an­walt­schaft Saar­brü­cken wird der­zeit mit ei­ner „Flut von An­fra­gen“kon­fron­tiert. Wie ihr Spre­cher Chris­toph Reb­mann der SZ mit­teil­te, gilt das In­ter­es­se der Me­di­en vor der Land­tags­wahl am 26. März dem Spit­zen­kan­di­da­ten der rechts­po­pu­lis­ti­schen AfD, Ru­dolf Mül­ler. Ge­gen Mül­ler hat­te die Staats­an­walt­schaft im Sep­tem­ber 2016 ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren er­öff­net. Mül­ler steht im Ver­dacht, Ha­ken­kreuz-Ab­zei­chen in sei­nem An­ti­qui­tä­ten-La­den am St. Jo­han­ner Markt in Saar­brü­cken ver­brei­tet und be­vor­ra­tet zu ha­ben. Das ist laut Pra­graf 86a des Straf­ge­setz­bu­ches ver­bo­ten und kann mit Haft­stra­fe von bis zu drei Jah­ren ge­ahn­det wer­den. Ver­schie­de­ne Me­di­en, dar­un­ter der „Stern“, hat­ten den Ha­ken­kreu­z­or­denHan­del Mül­lers pu­blik ge­macht. „Ich se­he dar­in grund­sätz­lich kein mo­ra­li­sches und erst recht kein straf­recht­li­ches Pro­blem“, hat­te der AfD-Spit­zen­kan­di­dat da­zu der SZ im Sep­tem­ber ge­sagt.

Auf die SZ-Fra­ge, wel­che Be­weis­mit­tel die Er­mitt­ler er­ho­ben ha­ben und ob es Durch­su­chun­gen von Mül­lers La­den und sei­nen Pri­vat­räu­men gab, er­klär­te Reb­mann: „Wir sa­gen gar nichts da­zu.“Der mo­men­ta­ne Ver­fah­rens­stand sei, dass dem Ver­tei­di­ger Mül­lers Ak­ten­ein­sicht ge­währt wor­den sei. „Wir war­ten des­sen Stel­lung­nah­me ab. Dann wird ei­ne ab­schlie­ßen­de Ent­schei­dung der Staats­an­walt­schaft in die­sem Ver­fah­ren er­ge­hen“, sag­te Reb­mann. Die Ein­las­sungs­frist für den Ver­tei­di­ger lau­fe in die­ser Wo­che ab. Das be­deu­tet, dass die Staats­an­walt­schaft noch vor der Land­tags­wahl am 26. März Klar­heit schafft, ob sie den AfD-Spit­zen­kan­di­da­ten an­klagt. „Ei­ne Ent­schei­dung soll­te En­de der Wo­che er­ge­hen“, er­klär­te Reb­mann.

Par­al­lel ist der­zeit ei­ne Ver­fas­sungs­kla­ge vor dem Saar-Ver­fas­sungs­ge­richts­hof (VGH) an­hän­gig. Gil­bert Kal­len­born, ein Bür­ger jü­di­schen Glau­bens, hat­te die Kla­ge ein­ge­reicht, weil die Ver­wal­tungs­ge­rich­te in Saar­lou­is sei­ne Kla­ge we­gen des Ver­kaufs von NSOr­den auf ei­nem Saar­loui­ser Floh­markt durch ei­nen Händ­ler aus Sti­ring-Wen­del im April 2016 ab­ge­schmet­tert hat­ten. Der VGH war­tet da­zu noch auf ei­ne Stel­lung­nah­me des saar­län­di­schen Jus­tiz­mi­nis­ters Rein­hold Jost (SPD).

FO­TO: DPA

Spit­zen­kan­di­dat der AfD im Saar­land: Ru­dolf Mül­ler.

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