De Mai­ziè­re will schnell ab­schie­ben

Saarbruecker Zeitung - - POLITIK -

SCHÖ­NE­FELD (dpa/kna) Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re (CDU) hat die Not­wen­dig­keit schnel­le­rer Ab­schie­bun­gen von Aus­län­dern be­tont, die kein Blei­be­recht er­hal­ten ha­ben. Im ver­gan­ge­nen Jahr ha­be es rund 80 000 Ab­schie­bun­gen und frei­wil­li­ge Rück­keh­rer ge­ge­ben, sag­te de Mai­ziè­re ges­tern bei ei­nem Be­such des Ab­schie­be­zen­trums auf dem Flug­ha­fen Berlin-Schö­ne­feld. Die­se Zahl wer­de sich er­hö­hen, ei­ne Pro­gno­se kön­ne er aber nicht ab­ge­ben. Dies lie­ge auch da­ran, dass die Zahl der Ab­schie­bun­gen in Bal­kan-Staa­ten zu­rück­ge­hen wer­de, weil die Zahl der Men­schen aus die­ser Re­gi­on in Deutsch­land sin­ke. Wich­tig sei, dass bis zur Ab­schie­bung nicht Jah­re ver­gin­gen. Zugleich be­ton­te er, dass die frei­wil­li­ge Rück­kehr von Aus­rei­se­pflich­ti­gen Vor­rang ha­be. Oh­ne Ab­schie­bun­gen wür­de aber auch die Zahl frei­wil­li­ger Rück­keh­rer sin­ken. Die Bun­des­vor­sit­zen­de der Jung­so­zia­lis­ten (Ju­sos) in der SPD, Jo­han­na Ue­ker­mann, sprach sich der­weil ge­gen Ab­schie­bun­gen von Mi­gran­ten oh­ne Blei­be­per­spek­ti­ve aus. „Mir wä­re es lie­ber, wenn al­le blei­ben könn­ten. Die Ju­sos sind für ein glo­ba­les Recht auf Mi­gra­ti­on“, sag­te sie mit Blick auf For­de­run­gen aus der SPD, sol­che Aus­län­der kon­se­quent ab­zu­schie­ben. „Für uns braucht je­der Mensch ei­ne in­di­vi­du­el­le Prü­fung sei­nes Asyl­rechts, des­we­gen leh­nen wir das Kon­zept der si­che­ren Her­kunfts­staa­ten ab“, be­ton­te Ue­ker­mann wei­ter. Die Ju­sos sei­en auch da­ge­gen, gut in­te­grier­te Men­schen ab­zu­schie­ben, „al­so ge­ra­de jun­ge Leu­te, die ei­ne Be­rufs­aus­bil­dung ma­chen, oder sol­che, die hier schon sie­ben, acht Jah­re in die Schu­le ge­gan­gen sind“.

Dar­über hin­aus lehnt die Ju­soChe­fin den SPD-Ent­wurf für ein Ein­wan­de­rungs­ge­setz ab: „Wir wol­len kei­ne Se­lek­ti­on nach rein wirt­schaft­li­chen Fak­to­ren, wie es der ak­tu­el­le Ent­wurf vor­sieht. Da­mit wer­den auch mas­siv Frau­en be­nach­tei­ligt, weil sie in ih­ren Hei­mat­län­dern sel­te­ner Zu­gang zu Bil­dung hat­ten und des­we­gen wirt­schaft­lich für Deutsch­land nicht in­ter­es­sant sind.“

Au­ßer­dem wol­len die Ju­sos Men­schen „aus schwie­ri­gen Her­kunfts­län­dern“mit ei­ner Art Green­card-Lot­te­rie ei­ne zu­sätz­li­che Chan­ce auf dau­er­haf­te Ein­wan­de­rung ge­ben.

FOTO: DPA

In­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­zè­re

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