CDU be­schließt Wahl­pro­gramm

Die Christ­de­mo­kra­ten wol­len mehr in­ves­tie­ren und schlie­ßen ei­ne Ge­biets­re­form vor der Wahl nicht aus.

Saarbruecker Zeitung - - LANDESPOLITIK - VON DA­NI­EL KIRCH

SAAR­BRÜ­CKEN Fünf Wo­chen vor der Land­tags­wahl am 26. März hat die saar­län­di­sche CDU ihr Wahl­pro­gramm be­schlos­sen. Ein klei­ner Par­tei­tag bil­lig­te in nicht-öf­fent­li­cher Sit­zung den 72 Sei­ten star­ken „Zu­kunfts­plan Saar“ein­stim­mig, nach­dem laut der Par­tei rund 100 Än­de­rungs­an­trä­ge be­ra­ten wor­den wa­ren. Die CDU ma­che den Men­schen kei­ne Ver­spre­chen, die nicht ein­lös­bar sei­en, sag­te die CDU-Lan­des­vor­sit­zen­de An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er. Die Vor­schlä­ge ba­sier­ten auf rea­lis­ti­schen An­nah­men und sei­en kon­ser­va­tiv ge­rech­net.

Kon­kret will die CDU im Jahr 2020 die In­ves­ti­tio­nen um 50 Mil­lio­nen Eu­ro auf dann rund 400 Mil­lio­nen Eu­ro er­hö­hen. In den Fol­ge­jah­ren soll die­se Sum­me jähr­lich um zwei Pro­zent, al­so acht Mil­lio­nen Eu­ro, stei­gen. Für den Zei­t­raum 2020 bis 2030 er­ge­ben sich da­durch zu­sätz­li­che In­ves­ti­tio­nen von ei­ner Mil­li­ar­de Eu­ro in Schu­len, Hoch­schu­len, Stra­ßen, Breit­band oder öf­fent­li­che Ge­bäu­de. Der Hoch­schul-Etat soll ab 2020 um jähr­lich 2,5 Pro­zent stei­gen, um die Kos­ten­stei­ge­run­gen auf­zu­fan­gen – re­al soll der Haus­halt „min­des­tens sta­bil“blei­ben. An­ge­kün­digt wer­den auch zu­sätz­li­che In­ves­ti­tio­nen in Hoch­schul­ge­bäu­de. Da­mit dies al­les funk­tio­niert, sol­len al­le Kom­pe­ten­zen für Bau­en und In­fra­struk­tur – ob Breit­band, Hoch­bau oder Stra­ßen­bau – in ei­nem Res­sort ge­bün­delt wer­den.

Für je­des ab 2018 ge­bo­re­ne Kind soll ein „Bil­dungs­kon­to“mit ei­nem Gut­ha­ben von 2000 Eu­ro ein­ge­führt wer­den, zu­dem ist ein Kin­der­bau­bo­nus von 2000 Eu­ro je Kind bei Bau oder Er­werb von selbst­ge­nutz­tem Wohn­raum ge­plant (die SZ be­rich­te­te). Bei­des zu­sam­men soll 29 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr kos­ten.

Da­mit die Kom­mu­nen Geld spa­ren, sol­len sie nach An­sicht der CDU „grö­ße­re ge­mein­de­über­grei­fen­de Ver­wal­tungs­ein­hei­ten (Ver­wal­tungs­zweck­ver­bän­de, Ver­wal­tungs­ge­mein­schaf­ten, 354 In­fra­struk­tur­ein­hei­ten, Ko­ope­ra­ti­ons­mo­del­le etc.) bil­den. So­fern die­se Mo­del­le nicht ge­nutzt wür­den, hal­te man sich als „Ul­ti­ma Ra­tio“ei­ne Ge­biets- und Ver­wal­tungs­re­form of­fen. Zu­dem macht sich die CDU für die Ein­füh­rung wie­der­keh­ren­der Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge in den Kom­mu­nen ein, die al­le Bür­ger zah­len, um ei­ne zu hohe Be­las­tung ein­zel­ner Haus­hal­te durch ein­ma­li­ge Stra­ßen­aus­bau­bei­trä­ge zu ver­mei­den.

Ei­ner Rück­kehr zum neun­jäh­ri­gen Gym­na­si­um er­teilt die CDU ei­ne Ab­sa­ge. „Wir wol­len Maß­nah­men zur stär­ke­ren Schul­zu­frie­den­heit aber kei­ne neu­en Struk­tur­dis­kus­sio­nen“, heißt es im Wahl­pro­gramm.

Für die Po­li­zei plant die CDU un­ter an­de­rem ei­ne Er­hö­hung des Be­för­de­rungs­bud­gets und die „Verste­ti­gung“der 2016 er­höh­ten Ein­stel­lungs­zah­len bei den Po­li­zei­an­wär­tern. Der Po­li­zei­li­che Ord­nungs­dienst (POD), ei­ne Hilfs­po­li­zei zur Ent­las­tung der Lan­des­po­li­zei, soll aus­ge­baut wer­den. Zu­dem kün­digt die CDU mehr Ta­rif­be­schäf­tig­te für Po­li­zei und Ver­fas­sungs­schutz an, au­ßer­dem ei­ne Aus­wei­tung der Vi­deo­über­wa­chung an öf­fent­li­chen Plät­zen, ge­fah­ren­träch­ti­gen Or­ten und bei Groß­ver­an­stal­tun­gen.

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