Stadt-SPD: Sta­di­on wei­ter­bau­en

Je­des Pro­vi­so­ri­um wür­de deut­lich teu­rer, warnt die Rats­frak­ti­on. Auf Lan­des­ebe­ne führt der Kos­ten­an­stieg un­ter­des­sen zu ei­nem hand­fes­ten Krach in der Ko­ali­ti­on.

Saarbruecker Zeitung - - ERSTE SEITE -

Die SPD-Frak­ti­on im Saar­brü­cker Stadt­rat hat sich trotz der Kos­ten­ex­plo­si­on für ei­nen Wei­ter­bau des Lud­wigs­park­sta­di­ons auf Ba­sis der bis­he­ri­gen Pla­nun­gen aus­ge­spro­chen.

SAAR­BRÜ­CKEN (red) Die SPD-Frak­ti­on im Saar­brü­cker Stadt­rat, die mit Lin­ken und Grü­nen die Rats­mehr­heit stellt, hat sich für ei­nen Wei­ter­bau des Lud­wigs­park­sta­di­ons auf Ba­sis der bis­he­ri­gen Pla­nun­gen aus­ge­spro­chen. „Was wir an­ge­fan­gen ha­ben, soll­ten wir auch zu ei­nem ver­nünf­ti­gen En­de brin­gen“, er­klär­te Frak­ti­ons­chef Pe­ter Bau­er, der auch Ver­tre­ter des Stadt­rats im Auf­sichts­rat der Sta­di­onge­sell­schaft ist. „Je­des Ge­knau­be und je­des Pro­vi­so­ri­um wür­de we­sent­lich teu­rer“, so Bau­er. Die Al­ter­na­ti­ven sei­en, das Pro­jekt ab­zu­bre­chen oder die Aus­schrei­bung auf­zu­he­ben und den Pla­nungs­pro­zess neu zu be­gin­nen – was zu Ver­zö­ge­run­gen und wei­te­ren Kos­ten füh­ren wür­de, so Bau­er.

Die be­ste­hen­de Pla­nung sei „sehr pro­fes­sio­nell“. Wenn nach die­sem Plan ge­baut wer­de, sei das Sta­di­on auf je­den Fall Zweit­li­ga­taug­lich. „Al­le Aus­sa­gen, der DFB zweif­le an ei­ner ent­spre­chen­den Taug­lich­keit, ent­beh­ren jeg­li­cher Grund­la­ge“, so Bau­er. Er wi­der­sprach da­mit Aus­sa­gen der CDU. Bau­er plä­dier­te da­für, die nun aus­ge­schrie­be­nen zwei Tri­bü­nen – die Haupt­tri­bü­ne und die Tri­bü­ne an der Saar­land­hal­le – bau­en zu las­sen. Über die Fi­nan­zie­rung der drit­ten Tri­bü­ne müs­se die Stadt dann mit der Kom­mu­nal­auf­sicht des Lan­des ver­han­deln. Die Vic­tor’s-Tri­bü­ne an der Cam­phau­ser Stra­ße (Foto) bleibt ste­hen.

Un­ter­des­sen führt die Kos­ten­stei­ge­rung zum Streit in der gro­ßen Ko­ali­ti­on im Land. CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Ro­land Theis warf OB Char­lot­te Britz (SPD) vor, sie sei ab­ge­taucht. „Wir sind doch sonst von Frau Britz ge­wohnt, dass sie schnell da­bei ist, an­de­ren Lek­tio­nen zu er­tei­len“, sag­te Theis. Die Stadt sei al­lei­ni­ger Bau­herr, zu­stän­dig für Pla­nun­gen, Aus­schrei­bun­gen und Ver­ga­ben. Sie tra­ge die vol­le ope­ra­ti­ve Ver­ant­wor­tung. Das Land sei nur Geld­ge­ber.

Die Saar­brü­cker SPD-Che­fin Isol­de Ries kon­ter­te, die CDU wol­le nur vom ei­ge­nen Ver­sa­gen ab­len­ken. „Es ist span­nend zu se­hen, wie der Ge­ne­ral­se­kre­tär ei­ner Par­tei, die ge­ra­de bei gro­ßen Bau­pro­jek­ten nichts au­ßer Skan­da­len, Ver­zö­ge­run­gen und Plei­ten zu­stan­de­ge­bracht hat, sich dar­um be­müht, der ge­wähl­ten Ober­bür­ger­meis­te­rin am Zeug zu fli­cken.“Wer für den Murks rund um den Vier­ten Pa­vil­lon, das HTW-Hoch­haus und die Fisch­zucht­an­la­ge in Völklingen ver­ant­wort­lich sei, sol­le bes­ser schwei­gen. Die FDP for­der­te ei­nen Sta­di­on-Gip­fel von Land und Stadt, um Lö­sun­gen zu er­ar­bei­ten. Nur so kön­ne ein Baustopp oder gar ei­ne Bau­rui­ne ver­hin­dert wer­den, so Lan­des­chef Oli­ver Luk­sic.

FOTO: SCH­LICH­TER

Der Um­bau des Sta­di­ons wird acht Mil­lio­nen Eu­ro teu­rer.

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