Pu­tin setzt auf Trumps Nai­vi­tät

KOM­MEN­TAR

Saarbruecker Zeitung - - THEMEN DES TAGES -

Wla­di­mir Pu­tin mag auf ein bes­se­res Aus­kom­men mit Do­nald Trump ge­hofft ha­ben, dar­auf ge­setzt hat er mit Si­cher­heit nicht. Zwi­schen der Be­geis­te­rung der rus­si­schen Staats­me­di­en für den Mil­li­ar­där und dem nüch­ter­nen Kal­kül des Kreml dürf­ten im­mer Wel­ten ge­le­gen ha­ben. Mos­kau braucht ein in­tak­tes Feind­bild USA, um nicht aus­ein­an­der­zu­fal­len. War­um aber soll­te der Kreml ei­ne An­nä­he­rung aus­schla­gen, wenn auch sie Di­vi­den­de ver­spricht?

Pu­tin er­kennt die po­li­ti­sche Nai­vi­tät des US-Prä­si­den­ten. Er bau­te auf ihn, weil er des­sen un­aus­weich­li­che Feh­ler für Russ­land ver­sil­bern möch­te. Am bes­ten im Tan­dem als gleich­be­rech­tig­ter Part­ner. Aber auch Kon­fron­ta­ti­on er­füllt den Zweck. Bei­des si­chert Pu­tin den Macht­er­halt. Noch hängt vie­les in der Luft, den­noch sieht es so aus, als wür­den sich in Washington al­te Ge­wiss­hei­ten durch­set­zen. So selt­sam es klingt, dies wä­re für die west­li­che Welt von Vor­teil. Denn auch Mos­kau ver­steht nur die al­te Spra­che.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.