PRESSESCHAU

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT -

Zum Ver­hält­nis zwi­schen der neu­en US-Re­gie­rung und der Eu­ro­päi­schen Uni­on merkt die „Ba­di­sche Zei­tung“(Frei­burg) süf­fi­sant an: EU-Rats­prä­si­dent Do­nald Tusk schien am Mon­tag den Dan­kes­trä­nen na­he, als er nach der Be­geg­nung mit US-Vi­ze­prä­si­dent Mi­ke Pence vor die Pres­se trat und er­klär­te, wir al­le hät­ten die­ses Tref­fen drin­gend ge­braucht. Wir al­le? Ganz Eu­ro­pa sehn­te sich dem­nach nach dem Be­such ei­nes rechts­kon­ser­va­ti­ven Re­pu­bli­ka­ners, der die Evo­lu­ti­ons­theo­rie zu den al­ter­na­ti­ven Fak­ten zählt und von sei­nem Chef Do­nald Trump nur ei­nen dür­ren Gruß zu über­brin­gen hat­te? Et­was mehr ge­sun­de Wert­schät­zung für die ei­ge­ne Be­deu­tung dürf­te sich der al­te Kon­ti­nent schon er­lau­ben.

Den Plan, wo­nach die Mi­gra­ti­ons­be­hör­de in be­stimm­ten Fäl­len die Da­ten aus Han­dys von Flücht­lin­gen aus­le­sen darf, be­grüßt die Main­zer „All­ge­mei­ne Zei­tung:

Vom „tie­fen Ein­schnitt in die Pri­vat­sphä­re“spricht Lin­ken-Che­fin Kat­ja Kip­ping. Und sie hat recht. Nur ist die­ser Ein­schnitt zu­mut­bar. Denn er trifft Men­schen, die in Deutsch­land Schutz su­chen, So­zi­al­leis­tun­gen in An­spruch neh­men wol­len und da­bei gleich­zei­tig ih­re Iden­ti­tät nicht ein­mal mit Pa­pie­ren be­le­gen kön­nen. Wer in die­ser Aus­gangs­la­ge ist, muss dem Staat, von dem er das ver­langt, ent­ge­gen­kom­men – und sei es da­mit, dass er ei­nen Teil sei­ner Pri­vat­sphä­re preis­gibt.

Das Karls­ru­her Blatt „Ba­di­sche Neu­es­te Nach­rich­ten“meint zum sel­ben The­ma:

Spä­tes­tens, wenn die Re­gis­trie­rungs­stel­len mit der nö­ti­gen und vor­aus­sicht­lich nicht bil­li­gen Tech­nik für mas­sen­haf­te Han­dy­kon­trol­le aus­ge­rüs­tet sind, wer­den sich die Un­ehr­li­chen un­ter den Schutz­su­chen­den dar­auf ein­ge­stellt ha­ben. Die Dis­kus­si­on zeigt nur aufs Neue, wie hilf­los sich der Staat im Um­gang mit je­nen zeigt, die sich zu Un­recht ei­nen Asyl­sta­tus er­schlei­chen oder ih­re Ab­schie­bung ver­hin­dern wol­len.

Zur De­bat­te über neue Fi­nanz­hil­fen für Grie­chen­land schreibt die „Stutt­gar­ter Zei­tung“:

Die Schwie­rig­kei­ten wer­den blei­ben. Die grie­chi­schen Schul­den sind mit ei­ner Quo­te von 180 Pro­zent des So­zi­al­pro­dukts dra­ma­tisch hoch. Rich­tig ist aber auch, dass das Land bis­her kaum Kre­di­te til­gen oder Zin­sen zah­len muss. Wer jetzt ei­nen Er­lass der Schul­den ver­langt, schafft neue An­rei­ze für Schlen­dri­an. Was Eu­ro­pas Po­li­tik fehlt, ist ein lang­fris­ti­ges Kon­zept. Zur Wahr­heit ge­hört, dass Eu­ro­pa Grie­chen­land über Jahr­zehn­te hin­aus stüt­zen muss.

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