Wie aus der Zeit ge­fal­len

KOM­MEN­TAR

Saarbruecker Zeitung - - POLITIK -

Das Ober­haus be­rät über den Br­ex­it-Ge­setz­ent­wurf, und es gilt als si­cher, dass er ver­ab­schie­det wird. Die Hoff­nung be­steht aber, dass die Lords Än­de­rungs­an­trä­ge stel­len. Es ist ei­ne Far­ce, dass die ge­wähl­ten Par­la­men­ta­ri­er im Un­ter­haus das ver­passt ha­ben. Sie hät­ten wich­ti­ge Zu­ge­ständ­nis­se von Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May for­dern müs­sen – et­wa wenn es dar­um geht, EU-Bür­gern im Kö­nig­reich noch vor den Aus­stiegs­ver­hand­lun­gen ei­ne Blei­be­ga­ran­tie aus­zu­spre­chen. Nun kann aus­ge­rech­net das Ober­haus, ei­ne völ­lig aus der Zeit ge­fal­le­ne In­sti­tu­ti­on, die­se Auf­ga­be über­neh­men. Da­bei wird der Auf­schrei ins­be­son­de­re un­ter den Br­ex­it-Be­für­wor­tern groß sein, wenn ei­ne nicht ge­wähl­te Kam­mer Re­gie­rungs­ge­schäf­te blo­ckiert oder ver­zö­gert. Und mit ih­rem Är­ger ha­ben sie recht. Das Ober­haus ist ein skur­ri­ler Ver­ein, ver­al­tet und maß­los über­füllt, weil mitt­ler­wei­le Pre­mier­mi­nis­ter al­le mög­li­chen Par­tei­freun­de, Un­ter­neh­mer un­dMit­ar­bei­ter für ih­re treu­en Di­ens­te be­loh­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.