Com­mer­çon will Grund­schu­len ent­las­ten

Auch klei­ne­re Grund­schu­len sol­len Kon­rek­to­ren-Stel­len er­hal­ten. Die Schü­ler­zahl stieg um 1,7 Pro­zent.

Saarbruecker Zeitung - - SAARLAND - VON UTE KIRCH

SAAR­BRÜ­CKEN 2104 Mäd­chen und Jun­gen mehr als in die­sem Schul­jahr wer­den nach den Som­mer­fe­ri­en die öf­fent­li­chen Schu­len im Saar­land be­su­chen. Das ent­spricht ei­nem Plus von 1,7 Pro­zent. Ins­ge­samt liegt die Zahl dann bei 123 434 Schü­lern. Das teil­te ges­tern Bil­dungs­mi­nis­ter Ul­rich Com­mer­çon (SPD) mit, nach­dem in der letz­ten Wo­che die An­mel­de­frist für die wei­ter­füh­ren­den Schu­len zu­en­de ge­gan­gen ist.

Be­son­ders star­ken Zu­wachs gibt es an den Grund­schu­len: Mit 7838 neu­en ABC-Schüt­zen ver­zeich­nen sie 2,5 Pro­zent mehr Erst­kläss­ler als im Vor­jahr. Der An­stieg hän­ge auch mit den Flücht­lings­kin­dern zu­sam­men, be­son­ders die Grund­schu­len trü­gen für die­se ei­ne zen­tra­le Ver­ant­wor­tung. Da­her sei­en die Grund­schul­leh­rer ent­las­tet wor­den, et­wa in­dem die Un­ter­richts­ver­pflich­tung von 28,5 auf 28 St­un­den ge­senkt wor­den sei und die ab­ge­senk­te Ein­gangs­be­sol­dung zu­rück­ge­nom­men wur­de. „Wir brau­chen sehr viel mehr Grund­schul­leh­rer, als wir zur Zeit zur Ver­fü­gung ha­ben. Das ist im Üb­ri­gen ein bun­des­wei­tes Phä­no­men“, sag­te Com­mer­çon. Nicht al­le Stel­len könn­ten so­fort be­setzt wer­den. „In der Pra­xis sind wir da­zu

Ul­rich Com­mer­çon (SPD) über­ge­gan­gen, nicht nur wie sonst üb­lich fes­te Ein­stel­lungs­ter­mi­ne zu ha­ben, son­dern wir stel­len qua­si von der Stra­ße weg so­fort ein“, sag­te er. Er kün­dig­te an, auch die Schul­lei­tun­gen stär­ken zu wol­len, in dem auch klei­ne­re Grund­schu­len Kon­rek­to­ren­stel­len er­hiel­ten: „Das ma­chen wir im ers­ten Schritt an Grund­schu­len, die ei­ne De­pen­dance ha­ben, und an Grund­schu­len, die im ge­bun­de­nen Ganz­tag un­ter­rich­ten so­wie an be­las­te­ten Grund­schu­len.“

Die An­mel­de­zah­len be­leg­ten „die Sta­bi­li­tät des Zwei-Säu­len- Mo­dells“von Ge­mein­schafts­schu­le und Gym­na­si­um. So sol­len von den 6611 neu­en Fünft­kläss­lern 3715 an Ge­mein­schafts­schu­len (56,2 Pro­zent) und 2896 (43,8 Pro­zent) an Gym­na­si­en ein­ge­schult wer­den. Auch stei­ge die Nach­fra­ge nach ge­bun­de­nen Ganz­tags­schu­len mit ver­pflich­ten­dem Nach­mit­tags­un­ter­richt. Dies lie­ge nicht nur an den neu hin­zu­ge­kom­me­nen Stand­or­ten, son­dern auch am El­tern­wunsch. 22,5 Pro­zent der neu­en Fünft­kläss­ler wür­den künf­tig im ge­bun­de­nen Ganz­tag un­ter­rich­tet. Aber auch die frei­wil­li­ge Ganz­tags­schu­le ver­zeich­ne Zu­wäch­se: Be­such­ten im Schul­jahr 2013/14 noch 17 162 Schü­ler das frei­wil­li­ge Ganz­tags­an­ge­bot, sei­en es im lau­fen­den Schul­jahr 19 565.

Kri­tik, die Lan­des­re­gie­rung ha­be ihr Ziel, 25 ge­bun­de­ne Ganz­tags­schu­len (gGTS) ein­zu­rich­ten, nicht er­reicht, wies er zu­rück. Ha­be es 2011/2012 sie­ben Stand­or­te mit gGTS ge­ge­ben, ge­be es nun 19, hin­zu kä­men neun teil­ge­bun­de­ne Schu­len, al­so Schu­len, die klas­sen­wei­se Ganz­tags­un­ter­richt an­bie­ten. „Im Ko­ali­ti­ons­ver­trag steht nichts von zu­sätz­lich. 19 plus neun macht so­gar 28. Das heißt, wir wä­ren so­gar drei drü­ber“, sag­te er.

„Wir brau­chen sehr viel mehr Grund­schul­leh­rer.“

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