Frau haf­tet nicht für Fi­le­sha­ring des Le­bens­ge­fähr­ten

Saarbruecker Zeitung - - INTERNET -

BERLIN (red) Die In­ha­be­rin ei­nes In­ter­net­an­schlus­ses haf­tet nicht für ei­ne Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung durch il­le­ga­les Fi­le­sha­ring, wenn die Mög­lich­keit be­steht, dass ihr Le­bens­ge­fähr­te für das Ver­ge­hen ver­ant­wort­lich ist. Die Frau muss auch kei­ne Be­wei­se da­für vor­le­gen, dass er die Da­tei her­un­ter­ge­la­den hat und nicht sie selbst. Das hat das Amts­ge­richt Berlin-Char­lot­ten­burg ent­schie­den, wie D.A.S. Rechts­schutz be­rich­tet.

Die An­ge­klag­te hat­te ei­ne Ab­mah­nung we­gen il­le­ga­len Fi­le­sha­rings er­hal­ten. Es ging da­bei um ein Ac­tion-Com­pu­ter­spiel. Ei­ne An­walts­kanz­lei for­der­te nicht nur die Ab­ga­be ei­ner Un­ter­las­sungs­er­klä­rung, son­dern auch die Zah­lung von über 2000 Eu­ro an Scha­den­er­satz und An­walts­kos­ten. Die Frau wies dar­auf hin, dass sie zum Zeit­punkt des Down­loads nicht zu Hau­se, son­dern an ih­rem Ar­beits­platz ge­we­sen sei. Ihr Freund ha­be sich in der Woh­nung auf­ge­hal­ten.

Laut D.A.S. folg­te das Amts­ge­richt Char­lot­ten­burg die­ser Ar­gu­men­ta­ti­on. Die Frau ha­be die Ur­he­ber­rechts­ver­let­zung nicht selbst be­ge­hen kön­nen. Auch ha­be sie die Mög­lich­keit, dass es je­mand an­de­res war, aus­rei­chend un­ter­mau­ert (Az. 206 C 329/16).

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