SPD: Lud­wigs­park wie ge­plant sa­nie­ren

Frak­ti­ons­chef Pe­ter Bau­er will zu­nächst zwei neue Tri­bü­nen bau­en las­sen und über die drit­te mit dem Land ver­han­deln.

Saarbruecker Zeitung - - ZIETUNG FUR SAARBRUCKEN - VON MAR­KUS SAEFTEL SPD-Frak­ti­ons­chef im Saar­brü­cker Stadt­rat

SAAR­BRÜ­CKEN Pe­ter Bau­er, Mit­glied des Auf­sichts­rats der Pro­jekt­ge­sell­schaft Sa­nie­rung Lud­wigs­park­sta­di­on mbH, will trotz hö­he­rer Kos­ten an dem ur­sprüng­li­chen Sa­nie­rungs­plan fest­hal­ten. In den ver­gan­ge­nen Ta­gen hat­te es hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen über das Sta­di­on ge­ge­ben, nach­dem Bau­de­zer­nent Pro­fes­sor Hei­ko Lu­kas an­ge­kün­digt hat­te, die Sa­nie­rung wer­de nun 28 Mil­lio­nen statt der zu­letzt ge­plan­ten 20 Mil­lio­nen Eu­ro kos­ten (die SZ be­rich­te­te).

Bau­er, zugleich SPD-Frak­ti­ons­chef im Stadt­rat, schlug ges­tern vor, zu­nächst nur die Haupt­tri­bü­ne und die Fan­tri­bü­ne an der Saar­land­hal­le zu bau­en. Die­se Tri­bü­nen ha­be die Stadt aus­ge­schrie­ben. Wenn die­se fer­tig sind, könn­ten im Lud­wigs­park Dritt­li­ga­spie­le aus­ge­tra­gen wer­den, falls der 1. FC Saar­brü­cken auf­steigt. Über die Fi­nan­zie­rung der drit­ten neu­en Tri­bü­ne – die Vic­tor’s-Tri­bü­ne bleibt ste­hen – und die Sa­nie­rung des Sta­di­onum­fel­des müs­se die Ver­wal­tung dann mit der Kom­mu­nal­auf­sicht ver­han­deln. Wird auch die­se Tri­bü­ne ge­baut, wä­re der Lud­wigs­park „zweit­li­ga­taug­lich“, sag­te Bau­er. Da­mit wi­der­sprach er den Äu­ße­run­gen von To­bi­as Hans (CDU), der das am Mon­tag be­zwei­felt hat­te. Bau­er hofft, dass der Saar­brü­cker Stadt­rat sei­nem Vor­schlag folgt. Er stell­te der Pres­se zwei wei­te­re Op­tio­nen vor, die Bau­er aber ab­lehnt: ers­tens den Baustopp. Dann wür­de der Lud­wigs­park zu ei­nem Sta­di­on nur für Ama­teur­mann­schaf­ten, oder das Ge­län­de wür­de als Ge­wer­be­ge­biet ge­nutzt. Zwei­te Va­ri­an­te: Die Aus­schrei­bung wer­de auf­ge­ho­ben und die ein­zel­nen Ge­wer­ke neu aus­ge­schrie­ben. Dann wür­den sich die Bau­ar­bei­ten aber deut­lich ver­zö­gern und die Pla­nungs­kos­ten stei­gen, mein­te Bau­er.

Die Stadt­ver­wal­tung hat­te in der ver­gan­ge­nen Wo­che er­klärt, auf die Aus­schrei­bung hät­ten sich nur we­ni­ge Bie­ter ge­mel­det. So ha­be es kei­nen „Wett­be­werbs­druck“

Pe­ter Bau­er, ge­ge­ben. Da­durch stie­gen nun die Kos­ten für den Lud­wigs­park. „Das Aus­schrei­bungs­er­geb­nis hat uns um­ge­hau­en“, sag­te Bau­er. In der Auf­sichts­rats­sit­zung im De­zem­ber 2016 sei von acht Mil­lio­nen Eu­ro Zu­satz­kos­ten noch kei­ne Re­de ge­we­sen. Es sei nur klar ge­we­sen, dass es teu­rer als ge­plant wird. Am Mon­tag hat­ten die CDU- und SPD-Frak­tio­nen im Land­tag er­klärt, mehr als die ver­ein­bar­ten 15 Mil­lio­nen Eu­ro Zu­schuss für die Sta­di­on­s­a­nie­rung wer­de es von der Lan­des­re­gie­rung nicht ge­ben. Die Zu­satz­kos­ten müs­se die Stadt Saar­brü­cken al­lei­ne tra­gen. Das be­stä­tig­te Pe­ter Bau­er: „Wir ha­ben nie ge­sagt, wir brau­chen vom Land mehr Geld. Der Ball liegt bei uns im Feld.“Der SPD-Po­li­ti­ker hofft, dass sich die Lan­des­re­gie­rung an ih­re Fi­nan­zie­rungs­zu­sa­ge hält.

Und war­um soll­te die Kom­mu­nal­auf­sicht der hoch ver­schul­de­ten Stadt Saar­brü­cken ei­nen Kre­dit für das Sta­di­on ge­neh­mi­gen? Bau­er: „Das wird nicht ein­fach.“Über das In­ves­ti­ti­ons­pro­gramm müs­se die Ver­wal­tung mit der Lan­des­re­gie­rung aber schon we­gen des Ki­ta-Aus­baus und wei­te­rer In­ves­ti­tio­nen in den Schu­len re­den. Dann müs­se auch über den Lud­wigs­park ver­han­delt wer­den.

Nach sei­ner An­sicht braucht Saar­brü­cken ein „kon­kur­renz­fä­hi­ges Sta­di­on“. Die Be­triebs­kos­ten wür­den nach der Sa­nie­rung deut­lich sin­ken, glaubt Bau­er. Die­se be­tra­gen nach sei­nen An­ga­ben der­zeit rund 800 000 Eu­ro pro Jahr. Er drängt auf ei­ne schnel­le Ent­schei­dung des Stadt­rats – ent­we­der in der nächs­ten Sit­zung kurz vor der Land­tags­wahl im März oder in ei­ner Son­der­sit­zung. Denn 2018 soll­te das Sta­di­on ei­gent­lich fer­tig sein.

Die FDP-Stadt­rats­frak­ti­on for­der­te die Pro­jekt­ge­sell­schaft auf, al­le Zah­len auf den Tisch zu le­gen. Der Stadt­ver­ord­ne­te To­bi­as Ra­ab er­klär­te, Mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (CDU), Wirt­schafts­mi­nis­te­rin An­ke Rehlin­ger (SPD) und Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz (SPD) soll­ten ge­mein­sam ei­ne Lö­sung für den Lud­wigs­park fin­den. Der Ein­stieg pri­va­ter In­ves­to­ren und der Ver­kauf der Na­mens­rech­te dürf­ten kein Ta­bu sein.

„Wir ha­ben nie

ge­sagt, wir brau­chen vom Land mehr Geld.“

FOTO: BE­CKER&BREDEL

Die Sa­nie­rung des Lud­wigs­park­sta­di­ons wird deut­lich teu­rer als ge­plant.

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