Per­so­nal­rat der Stadt für Er­halt des Film­hau­ses

Saarbruecker Zeitung - - REGIONALVERBAND -

ST. JO­HANN (red) „Al­le Jah­re wie­der droht das Film­haus, Op­fer von Spar­or­gi­en zu wer­den. Un­ser Film­haus als kom­mu­na­les Ki­no stellt ei­nen kul­tu­rel­len Wert an sich dar, es ge­hört zu un­se­rer Stadt, und das muss so blei­ben“, sagt der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de der Saar­brü­cker Stadt­ver­wal­tung Bernd Schu­mann.

Es sei­en vor al­lem die Be­schäf­tig­ten des Am­tes für kom­mu­na­le Film­ar­beit (Film­bü­ro) ge­we­sen, die das Film­haus seit Jah­ren „mit ih­rer gu­ten und en­ga­gier­ten Ar­beit“in Gang ge­hal­ten hät­ten. Und aus­ge­rech­net in die­sem Amt ha­be die Stadt­ver­wal­tung am Per­so­nal ge­spart. Das ha­be da­zu ge­führt, dass „Qua­li­tät und An­ge­bo­te“re­du­ziert wur­den. Schu­mann be­tont: „Es sind un­se­re Be­schäf­tig­ten, die seit Jah­ren gu­te Ide­en ein­brin­gen, um die At­trak­ti­vi­tät des Film­hau­ses zu stei­gern.“

An­fang die­ses Jah­res ha­ben sich – laut Schu­mann – die Mit­ar­bei­ter und der Lei­ter des Film­bü­ros mit dem Per­so­nal­rat un­ter­hal­ten und ein Pa­ket mit Vor­schlä­gen zur Ret­tung des Film­hau­ses dis­ku­tiert. Zu die­sen Vor­schlä­gen ge­hör­ten: mehr Wer­bung für die Vor­stel­lun­gen, zum Bei­spiel für die Schu­lki­nowo­che, fürs Kin­der­ki­no und fürs Se­nio­ren­ki­no, da­zu ei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit dem städ­ti­schen Re­fe­rat „Kin­der in der Stadt“(Kids) und mit dem Kin­der ka­ka­duFe­ri­en pro­gramm, au­ßer­dem die Ver­mie­tung der Rä­um­lich­kei­ten für Vor­trä­ge vor ge­schlos­se­ner Ge­sell­schaft.

„Die Vor­schlä­ge der Mit­ar­bei­ter wur­den of­fen­sicht­lich igno­riert. Da läuft ir­gend­was gründ­lich schief“, stellt Schu­mann fest und emp­fiehlt: „Über­le­gun­gen, dass man Main­stream- wie Kul­tur­ki­no an­bie­ten kann, schwe­ben im Raum. Dar­über soll­te man mit den Ex­per­ten vor Ort spre­chen. Eben­so soll­te der Aus­bau von Film­gen­res, die im Saar­land ei­ne gro­ße Sze­ne, aber noch kei­ne Vor­führ­or­te ha­ben, bei­spiels­wei­se Ani­me- oder Man­ga­ver­fil­mun­gen (ja­pa­ni­sche Zei­chen­trick­fil­me) an­ge­dacht wer­den.“

Auch „bau­lich und in­halt­lich“müs­se die Stadt ein stim­mi­ges Kon­zept für die Zu­kunft des Film­hau­ses ent­wi­ckeln. Hier for­de­re der Per­so­nal­rat, „dass end­lich die Be­schäf­tig­ten als die Ex­per­ten mit ein­be­zo­gen wer­den“.

Laut Schu­mann müs­se jetzt vor al­lem ein kla­res Be­kennt­nis von Po­li­tik und Ver­wal­tung zum Er­halt des Film­hau­ses her. Hier­zu ge­hö­re, dass der Etat nicht ge­kürzt, son­dern auf­ge­stockt wird.

Schu­mann: „Ein kom­mu­na­les Ki­no ist nicht zum Null­ta­rif zu ha­ben. Wir for­dern un­se­ren Kul­tur­de­zer­nen­ten auf, jetzt end­lich mal Gas zu ge­ben. Es gibt hier kei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung.“

SZ-ARCHIVFOTO: OLI­VER DIET­ZE

Sor­gen­kind der Stadt: das Film­haus in der Main­zer­stra­ße. Schräg ge­gen­über liegt das Ge­burts­haus des le­gen­dä­ren Re­gis­seurs Wolf­gang Staud­te, der den deut­schen Nach­kriegs­film do­mi­nier­te und be­kannt ist für den Satz: „Feig­heit macht je­de Staats­form zur Dik­ta­tur.“

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