Über­ge­wicht ist zur Norm ge­wor­den

War­nung der Ge­sell­schaft für Er­näh­rung: Die Men­schen in Deutsch­land wer­den im­mer di­cker.

Saarbruecker Zeitung - - WISSEN -

BERLIN (np) Un­ter Be­rufs­tä­ti­gen ist Über­ge­wicht mitt­ler­wei­le der Nor­mal­zu­stand und nicht die Aus­nah­me, er­klärt die Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (DGE). Am stärks­ten be­trof­fen sei­en Män­ner. Fast drei Vier­tel sei­en am En­de des Be­rufs­le­bens über­ge­wich­tig. Bei Frau­en der­sel­ben Al­ters­grup­pe sei es mehr als je­de zwei­te.

Ins­ge­samt sei­en 59 Pro­zent der Män­ner und 37 Pro­zent der Frau­en in Deutsch­land heu­te zu dick, schreibt die DGE in ih­rem Er­näh­rungs­be­richt. Da­nach neh­men Män­ner viel schnel­ler zu als Frau­en. Zwi­schen ih­rem 18. und dem 40. Ge­burts­tag sei­en es im Durch­schnitt bei­na­he elf Ki­lo­gramm. Män­ner mit Nor­mal­ge­wicht sei­en schon ab dem drit­ten Le­bens­jahr­zehnt in der Min­der­heit.

Weil Frau­en lang­sa­mer zu­neh­men, ver­schiebt sich bei ih­nen das Gleich­ge­wicht in der Sta­tis­tik nicht der­ar­tig schnell. Erst ab der Al­ters­gren­ze von 55 Jah­ren do­mi­nie­ren bei ih­nen die Di­cken. Als be­son­ders be­sorg­nis­er­re­gend be­zeich­net die DGE in ih­rer sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung die Tat­sa­che, dass der An­teil krank­haft di­cker Men­schen wächst.

Über­ge­wicht wird mit dem Bo­dy-Mass-In­dex (BMI) klas­si­fi­ziert. Da­zu wird das Ge­wicht zwei­mal durch die Kör­per­grö­ße in Me­tern di­vi­diert. Wenn der Wert über 25 liegt, spre­chen Me­di­zi­ner von Über­ge­wicht, ab ei­nem Wert von 30 von Adi­po­si­tas (krank­haf­tem Über­ge­wicht). Seit der Jahr­tau­send­wen­de sei der An­teil adi­pö­ser Män­ner um 40 Pro­zent, der Frau­en um 24 Pro­zent ge­stie­gen. Im­mer mehr Äl­te­re sei­en ex­trem dick. Bei den über 65-Jäh­ri­gen sei die Quo­te ex­trem Über­ge­wich­ti­ger (BMI über 40) bei Män­nern ums Drei­fa­che und bei Frau­en um fast das Dop­pel­te ge­stie­gen.

Ein po­si­ti­ver Trend zeich­ne sich nur bei Kin­dern bei der Ein­schu­lung ab. Hier ge­he die Quo­te der Über­ge­wich­ti­gen leicht zu­rück. Der An­teil schwan­ke je nach Bun­des­land zwi­schen acht und zwölf Pro­zent. Das sei je­doch im­mer noch viel zu hoch.

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