Wie ein Ur­laub im ei­ge­nen Zu­hau­se: Tipps zur rich­ti­gen Pla­nung ei­nes Win­ter­gar­tens

Ein Wohn-Win­ter­gar­ten sorgt das gan­ze Jahr über für Ur­laubs­fee­ling im ei­ge­nen Zu­hau­se. Doch da­mit dort ganz­jäh­rig Wohl­fühl­kli­ma herrscht, muss der neue Wohn­raum ent­spre­chend ge­plant und aus­ge­stat­tet wer­den. Mit die­sen Tipps ge­lingt der Traum­win­ter­gar­ten!

Saarbruecker Zeitung - - BAUEN. WOHNEN. LEBEN. -

Wer heut­zu­ta­ge Ur­laub ma­chen will, muss kei­ne an­stren­gen­den Flug­rei­sen mehr in den Sü­den un­ter­neh­men. „War­um das denn?“, wer­den sich jetzt ei­ni­ge fra­gen, schließ­lich hat der Som­mer ver­gan­ge­nes Jahr nicht zum ers­ten Mal ge­schwä­chelt. Doch die Ant­wort klingt plau­si­bel: Der ei­ge­ne Win­ter­gar­ten sorgt zwölf Mo­na­te im Jahr für Ur­laubs­fee­ling im ei­ge­nen Zu­hau­se. Hier ist man der Na­tur ganz nah und gleich­zei­tig ge­schützt vor Son­ne, Re­gen und Wind, hier kann man ei­ne Atem­pau­se ein­le­gen und ein­fach mal die See­le bau­meln las­sen. Da­mit die Be­woh­ner je­der­zeit in die­sen Ge­nuss kom­men, muss das „grü­ne Wohn­zim­mer“auf die ganz­jäh­ri­ge Nut­zung hin aus­ge­legt sein, was sorg­fäl­ti­ge Pla­nung und hoch­wer­ti­ge Aus­stat­tung er­for­dert.

DER ERS­TE SCHRITT

Das A und O bei der WohnWin­ter­gar­ten­pla­nung: Oh­ne Fach­mann geht es nicht. Denn er ist es, der die Wün­sche und Vor­stel­lun­gen der Bau­her­ren mit den Mög­lich­kei­ten ab­gleicht, die sich bei der Rea­li­sie­rung des Traum­ob­jekts bie­ten. Den­noch soll­ten sich Lai­en im Kla­ren dar­über sein, dass ein Wohn-Win­ter­gar­ten in Sa­chen Ma­te­ri­al, Kli­ma und Aus­bau be­stimm­te An­for­de­run­gen er­fül­len muss, die letzt­end­lich auch den Preis be­ein­flus­sen.

STAND­ORT UND GE­NEH­MI­GUNG

Die Aus­rich­tung des Win­ter­gar­tens ori­en­tiert sich in ers­ter Li­nie am Haus und dem vor­han­de­nen Platz auf dem Grund­stück, al­ler­dings hängt sie auch von der ge­plan­ten Nut­zung ab. So ist z.B. ein nordori­en­tier­ter Win­ter­gar­ten ein re­la­tiv küh­les Schat­ten­plätz­chen, wäh­rend es in ei­nem nach Sü­den aus­ge­rich­te­tem Mo­dell oft ziem­lich „heiß her­geht“, da es ganz­jäh­rig von der Son­ne be­schie­nen wird. Ide­al zum Früh­stü­cken ist ein Ex­em­plar in Ostrich­tung, in west­li­cher Rich­tung fängt das „grü­ne Wohn­zim­mer“hin­ge­gen die spä­te Mit­tags- und Abend­son­ne ein. Ein Win­ter­gar­ten ist in den meis­ten Bun­des­län­dern ein­rei­chungs­pflich­tig, d.h. das Bau­amt ent­schei­det an­hand der ein­ge­reich­ten Un­ter­la­gen, ob ei­ne Ge­neh­mi­gung not­wen­dig ist oder nicht. Um das zu klä­ren, ist in je­dem Fall ei­ne un­ver­bind­li­che Bau­an­fra­ge emp­feh­lens­wert.

MA­TE­RI­AL FÜRS

TRAG­WERK

Für die Trag­werks­kon­struk­ti­on kom­men im Grun­de nur Ma­te­ria­li­en in Fra­ge, die ro­bust, wert­be­stän­dig so­wie pfle­ge­leicht sind und dem per­sön­li­chen Ge­schmack ent­spre­chen. Alu-Win­ter­gär­ten sind in Deutsch­land mitt­ler­wei­le am häu­figs­ten an­zu­tref­fen, denn Alu­mi­ni­um ist trotz sei­ner re­la­tiv ho­hen Fes­tig­keit sehr leicht und weist bei mi­ni­ma­lem Pfle­ge­auf­wand ei­ne fast un­be­grenz­te Le­bens­dau­er auf. Für ein Trag­werk aus Holz ent­schei­den sich Nut­zer vor al­lem we­gen sei­ner war­men Aus­strah­lung. Da­ge­gen ist ein Trag­werk aus Kunst­stoff, das wie Alu vor al­lem we­gen sei­ner gu­ten Be­stän­dig­keit ge­fragt ist, ver­gleichs­wei­se güns­tig im Preis. Da sie die Vor­zü­ge der je­wei­li­gen Ma­te­ria­li­en ver­ei­nen, wer­den ver­stärkt auch Kom­bi­na­tio­nen – bei­spiels­wei­se Holz-Alu oder Alu­mi­ni­um-Kunst­stoff – an­ge­bo­ten.

DIE VER­GLA­SUNG

MACHT’S

Ob ein Win­ter­gar­ten „funk­tio­niert“, dar­auf hat ins­be­son­de­re die Ver­gla­sung Ein­fluss, denn sie ist ge­wis­ser­ma­ßen das Herz­stück des Win­ter­gar­tens. Sie ent­schei­det dar­über, wie schnell sich der An­bau er­wärmt bzw. ab­kühlt. Ab­hän­gig ist die­ser Vor­gang ei­ner­seits vom g-Wert der Ver­gla­sung, der für den so­la­ren Ener­gie­ge­winn steht, an­de­rer­seits vom U-Wert, der den Ener­gie­ver­lust des Win­ter­gar­tens an­zeigt. Som­mer wie Win­ter op­ti­mal ist z.B. ei­ne Schei­be mit nied­ri­gem U-Wert, sprich gu­ter Iso­lie­rung, so­wie nied­ri­gem gWert, d.h. ein Groß­teil der UVS­trah­lung wird von der Ver­gla­sung ge­blockt und der Win­ter­gar­ten kann sich in der war­men Jah­res­zeit nicht so stark auf­hei­zen.

GE­SUN­DES RAUM­KLI­MA

Doch das Raum­kli­ma kann nicht al­lein von der Ver­gla­sung re­gu­liert wer­den. Für ei­nen Wohn-Win­ter­gar­ten be­darf es ei­ner Rei­he wei­te­rer Maß­nah­men, um ganz­jäh­rig ei­ne an­ge­neh­me Wohn­at­mo­sphä­re zu schaf­fen. Da wä­re ein­mal die Lüf­tung, die ge­ne­rell in zwei Ar­ten un­ter­teilt wer­den kann. Mit­tels na­tür­li­cher Lüf­tung kann war­me Luft über Da­cho­der Sei­ten­fens­ter ent­wei­chen, bei der mo­to­ri­schen Lüf­tung kommt es durch Ra­di­al­lüf­ter zum Luf­taus­tausch. Pflicht ist im Win­ter­gar­ten au­ßer­dem die Be­schat­tung mit in­nen- und/oder au­ßen­lie­gen­dem Son­nen­schutz wie (Schräg-)Roll­lä­den, Ja­lou­si­en oder Falts­to­res. Sie hal­ten im Som­mer die Son­nen­strah­len vom Wohn­raum fern, im Win­ter ver­bes­sern sie so­gar teil­wei­se den Wär­me­schutz. Ein Wohn-Win­ter­gar­ten muss zu­dem ei­ne Hei­zung ha­ben, weil der Ener­gie­ge­winn im Win­ter nicht aus­reicht, um den Win­ter­gar­ten frost­frei zu hal­ten. Wie hoch die Hei­zungs­leis­tung sein muss, dar­um küm­mert sich der Fach­mann.

FES­TER BO­DEN UN­TER

DEN FÜSSEN

Nicht zu­letzt soll­te bei der Pla­nung der bau­li­chen Maß­nah­men dem Auf­bau des Fuß­bo­dens be­son­de­re Auf­merk­sam­keit zu­kom­men. Da­mit es nicht kalt von un­ten kommt, soll­te er mit ei­ner Fo­lie oder Schweiß­bahn ge­gen auf­stei­gen­de Feuch­tig­keit iso­liert wer­den. Zu­dem soll­ten Bau­her­ren wis­sen, dass die Däm­mung des Bo­dens ent­spre­chend der ak­tu­ell gel­ten­den Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung aus­zu­füh­ren ist, da­mit dar­über mög­lichst we­nig Wär­me ent­wei­chen kann. Im Ge­gen­satz zu den pla­ne­ri­schen Aspek­ten, die Bau­her­ren bei ih­rem neu­en Wohn-Win­ter­gar­ten un­be­dingt be­rück­sich­ti­gen soll­ten, sind ih­nen bei der In­nen­aus­stat­tung kaum Gren­zen ge­setzt. Ob Früh­stück­raum, Ru­he-Oa­se oder „Wohn­zim­mer im Grü­nen“– ein Wohn-Win­ter­gar­ten be­deu­tet ein Plus an Le­bens­qua­li­tät. red/tdx

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