Am rea­lis­ti­schen An­satz ge­schei­tert

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN - Für Em­ma und ewig, 20.15 Uhr, SAT.1

All­zu oft wird die Hand­lung von Lie­bes­ko­mö­di­en von ei­nem ba­na­len Miss­ver­ständ­nis aus­ge­löst, das ei­gent­lich ganz ein­fach aus dem Weg ge­räumt wer­den könn­te. Er­fri­schend an­ders und mit deut­lich mehr Nä­he zur Rea­li­tät zeig­ten sich Em­ma (Nad­ja Be­cker) und Tho­mas (Max von Thun), die stets be­müht wa­ren, ih­re Ehe­pro­ble­me im Ge­spräch zu klä­ren. Um­so mehr ir­ri­tier­te da­bei, dass zu Be­ginn erst ein­mal ein paar Mas­tur­ba­ti­ons­und Furz­gags ab­ge­früh­stückt wur­den, die so gar nicht zum wei­te­ren Ton der Ge­schich­te pass­ten. In de­ren Ver­lauf er­wies sich dar­über hin­aus, dass Fil­me wohl lei­der doch der gro­ßen, über­zeich­ne­ten Ge­füh­le be­dür­fen. Ein eher ra­tio­na­les Her­an­ge­hen an ei­ne Be­zie­hung hält die Span­nung nicht wirk­lich auf­recht. Viel­leicht wä­re das Kon­zept den­noch auf­ge­gan­ge­nen, wenn an­de­re ko­mö­di­an­ti­sche Ele­men­te funk­tio­niert hät­ten. Doch der Run­ning-Gag der pes­si­mis­ti­schen Re­den von Stan­des­be­am­tin Em­ma woll­te nicht rich­tig zün­den, und die Ne­ben­dar­stel­ler wie Ma­nu­el Cor­tez und Oli­ver Ko­ritt­ke blie­ben ent­täu­schend blass. So war „Für Em­ma und ewig“ein Film, der deut­lich in­ter­es­san­ter als vie­le der al­ber­nen Gen­re­ver­tre­ter hät­te sein kön­nen, wenn nicht un­glaub­lich viel Po­ten­zi­al ver­schenkt wor­den wä­re.

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