Kom­mu­nen for­dern er­neut mehr Geld

Ak­ti­ons­bünd­nis „Für die Wür­de un­se­rer Städ­te“: Fi­nanz­aus­gleich bald neu re­geln

Saarbruecker Zeitung - - NEWS -

SAAR­BRÜ­CKEN. (red) Das Ak­ti­ons­bünd­nis „Für die Wür­de un­se­rer Städ­te“sieht sich durch ein Ur­teil des Lan­des­ver­fas­sungs­ge­rich­tes Schles­wig-Hol­stein in sei­nen For­de­run­gen be­stä­tigt. Das Lan­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat am Frei­tag, 27. Ja­nu­ar, ent­schie­den, dass meh­re­re Vor­schrif­ten des Ge­set­zes über den kom­mu­na­len Fi­nanz­aus­gleich vom 10. De­zem­ber 2014 mit der Lan­des­ver­fas­sung un­ver­ein­bar sind, und den Ge­setz­ge­ber ver­pflich­tet, die ver­fas­sungs­wid­ri­ge Rechts­la­ge spä­tes­tens bis zum 31. De­zem­ber 2020 durch ei­ne Neu­re­ge­lung zu be­sei­ti­gen.

Die 69 im par­tei­über­grei­fen­den Bünd­nis zu­sam­men­ge­schlos­se­nen Kom­mu­nen aus acht Bun­des­län­dern be­kräf­ti­gen nun er­neut ih­rer For­de­rung nach ei­ner grund­le­gen­den Neu­ord­nung des Kom­mu­na­len Fi­nanz­sys­tems. Das Bünd­nis hat die am 27. Ja­nu­ar ver­kün­de­te Ent­schei­dung des Lan­der­ver­fas­sungs­ge­richts in Schles­wig mit Hil­fe wis­sen­schaft­li­cher Be­ra­ter gründ­lich aus­ge­wer­tet und ist zu dem Er­geb­nis ge­kom­men, dass den Kom­mu­nen ei­ne „auf­ga­be­n­ad­äqua­te“Fi­nanz­aus­stat­tung zu­ste­he.

Die Bun­des­län­der, die laut Grund­ge­setz für die Fi­nanz­aus­stat­tung der Kom­mu­nen ver­ant­wort­lich sind, dür­fen al­so nicht aus ei­ge­nem Er­mes­sen be­stim­men, was sie an­ge­sichts ei­ge­ner be­grenz­ter Mit­tel für le­dig­lich an­ge­mes­sen hal­ten.

Die Län­der müs­sen dem­nach die kom­mu­na­len Be­dar­fe zum Kri­te­ri­um der Fi­nanz­zu­wei­sun­gen ma­chen. Dass dies in der Ver­gan­gen­heit nicht der Fall war, ha­be we­sent­lich zu der ho­hen Ver­schul­dung vie­ler Kom­mu­nen bei­ge­tra­gen, heißt es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung des Ak­ti­ons­bünd­nis­ses. Des­halb for­dert das Ak­ti­ons­bünd­nis, dass die Län­der, aber auch der Bund als Ver­an­las­ser vie­ler ge­setz­li­cher Auf­ga­ben hier end­lich han­deln.

Da­zu die Spre­cher des Ak­ti­ons­bünd­nis­ses Ober­bür­ger­meis­te­rin a.D. Dag­mar Müh­len­feld (SPD) aus Mül­heim an der Ruhr, Ober­bür­ger­meis­ter Bern­hard Mat­heis (CDU) aus Pir­ma­sens, Stadt­di­rek­tor Jo­han­nes Sla­wig aus Wup­per­tal und Fi­nanz­de­zer­nent Dieter Feid aus Lud­wigs­ha­fen: „Weil der größ­te Teil der kom­mu­na­len Schul­den­ber­ge ei­ne Fol­ge von Ge­set­zen ist, die den Kom­mu­nen von Bund und Län­dern ohne aus­rei­chen­de Fi­nan­zie­rung im­mer wie­der zu­sätz­li­che Auf­ga­ben zu­ge­wie­sen ha­ben, ist die­ses Ur­teil aus Schles­wig-Hol­stein für die kom­mu­na­le Familie von gro­ßer Be­deu­tung. Die be­gon­ne­ne Neu­ord­nung des Kom­mu­na­len Fi­nanz­sys­tems muss nun zü­gig wei­ter vor­an­ge­trie­ben wer­den.“

Saar­brü­ckens Ober­bür­ger­meis­te­rin Char­lot­te Britz, eben­falls Mit­glied im Ak­ti­ons­bünd­nis „Für die Wür­de un­se­rer Städ­te“, be­kräf­tigt die­se For­de­rung und kün­digt an: „Wir er­war­ten, dass die von un­se­ren Bür­ge­rin­nen und Bür­gern in die Par­la­men­te ent­sand­ten Man­dats­trä­ger in ih­ren Frak­tio­nen und Par­tei­en ak­tiv um Mehr­hei­ten wer­ben, da­mit die ent­spre­chen­den Bund-Län­derGe­sprä­che un­mit­tel­bar nach der Bun­des­tags­wahl be­reits im De­zem­ber die­ses Jah­res be­gin­nen kön­nen.“

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