Ein De­sas­ter für die Stadt

KOM­MEN­TAR

Saarbruecker Zeitung - - ZEITUNG FÜR SAARBRÜCKEN -

Erst 20 Mil­lio­nen, jetzt 28 Mil­lio­nen und mor­gen noch mehr? Die Sa­nie­rung des Lud­wigs­park­sta­di­ons ist ein De­sas­ter für die Stadt. Wie bei vie­len Groß­pro­jek­ten im gan­zen Land kommt so­fort der Ver­dacht auf, dass die Kos­ten von An­fang an viel zu knapp kal­ku­liert wur­den, um die Ak­zep­tanz in der Öf­fent­lich­keit zu er­hö­hen. Der Bau­herr, die Stadt Saar­brü­cken, strei­tet das ab und sagt, die Sta­di­on­pla­ner hät­ten gro­ße Er­fah­rung. Aber es bleibt ein „Gschmäck­le“. Bau­de­zer­nent Hei­ko Lu­kas ver­weist auf die gu­te Bau­kon­junk­tur. Nur we­ni­ge Bie­ter hät­ten sich auf die eu­ro­pa­wei­te Aus­schrei­bung ge­mel­det, der Preis sei des­halb deut­lich hö­her als er­hofft. Ob das aber ei­nen Sprung um acht Mil­lio­nen recht­fer­tigt, ist doch sehr frag­lich. Jetzt müs­sen Ver­wal­tungs­spit­ze und Stadt­rat neu über­le­gen. Ein fi­nan­zi­el­les Aben­teu­er kann und darf sich die ver­schul­de­te Stadt nicht leis­ten. Denn plötz­lich steht ja so­gar der Lan­des­zu­schuss in­fra­ge. Es bleibt wohl nur, das Pro­jekt neu aus­zu­schrei­ben oder ein Pri­vat­in­ves­tor en­ga­giert sich – wie in vie­len an­de­ren deut­schen Städ­ten ja auch.

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