AfD-Mann Mül­ler darf NS-Or­den wei­ter ver­kau­fen

Saarbruecker Zeitung - - SAARLAND -

SAARBRÜCKEN (dik) Die Saar­brü­cker Staats­an­walt­schaft hat ges­tern die Er­mitt­lun­gen we­gen des ver­bo­te­ten Ver­brei­tens von NSPro­pa­gan­da-Ab­zei­chen durch den Spit­zen­kan­di­da­ten der SaarAfD Ru­dolf Mül­ler ein­ge­stellt. Der Nach­weis ei­nes Fehl­ver­hal­tens durch Mül­ler, der in den Land­tag ein­zie­hen will, sei „nicht zu füh­ren“ge­we­sen, teil­te Chris­toph Reb­mann, Spre­cher der Staats­an­walt­schaft, mit. Jour­na­lis­ten des ARD-Ma­ga­zins „Pan­ora­ma“und der Il­lus­trier­ten „Stern“hat­ten im An­ti­qui­tä­ten-Ge­schäft des Leh­rers Mül­ler am St. Jo­han­ner Markt Na­zi-Or­den und so ge­nann­tes „KZ-Geld“aus dem Ver­nich­tungs­la­ger The­re­si­en­stadt zu Test­zwe­cken er­wor­ben und dar­über be­rich­tet. Dar­auf­hin hat­te die Staats­an­walt­schaft ge­gen Mül­ler ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren we­gen Ver­sto­ßes ge­gen die Pa­ra­gra­fen 86ff. des Straf­ge­setz­buchs ein­ge­lei­tet. Dort wird mit Ge­fäng­nis­stra­fe von bis zu drei Jah­ren ge­droht, wenn man Na­zi-Or­den ver­brei­tet und vor­rä­tig hält. Die Saar­brü­cker Staats­an­walt­schaft ist je­doch der Auf­fas­sung, dass der blo­ße Ver­kauf der Ha­ken­kreu­z­or­den durch den Rechts­po­pu­lis­ten Mül­ler kein „Ver­brei­ten“im Sin­ne des Straf­ge­setz­bu­ches sei. Zu­dem sei ei­ne öf­fent­li­che Ver­wen­dung der Na­zi-Or­den durch Mül­ler „nicht be­legt“, hieß es. Saar-Jus­tiz­mi­nis­ter Rein­hold Jost (SPD) ar­bei­tet ge­ra­de an ei­ner Ge­set­zes-Initia­ti­ve, um auch den Han­del mit Na­ziOr­den un­ter Stra­fe stel­len zu las­sen (die SZ be­rich­te­te).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.