Beim Im­mo­bi­li­en­kauf die Kos­ten im Blick be­hal­ten

Feh­len­de Sach­kennt­nis, drän­geln­de Ver­käu­fer und über­eil­te Ent­schei­dun­gen sind Grün­de, war­um sich der Traum vom Ei­gen­heim schnell zum Alb­traum wen­den kann.

Saarbruecker Zeitung - - IMMOBILIENPARTNER VOR ORT -

Der Weg in die ei­ge­nen vier Wän­de be­ginnt mit der Su­che nach der rich­ti­gen Im­mo­bi­lie. Ist das Haus oder die Woh­nung zum pas­sen­den Preis ge­fun­den, sind vie­le Im­mo­bi­li­en­käu­fer von den Ne­ben­kos­ten über­rascht. Vie­le die­ser Kos­ten sind in je­dem Fall zu zah­len, ei­ni­ge wer­den nur für spe­zi­el­le Auf­trä­ge fäl­lig.

GUT­ACH­TEN

Ob der Preis beim Im­mo­bi­li­en­kauf über­haupt an­ge­mes­sen ist, kann ein Laie schwer ein­schät­zen. Wenn Sie un­si­cher sind, kön­nen Sie sich von ih­rem Im­mo­bi­li­en­part­ner vor Ort be­ra­ten las­sen und ein Gut­ach­ten an­fer­ti­gen las­sen. Ei­nen An­halts­punkt für den Im­mo­bi­li­en­wert gibt die Er­mitt­lung des Ver­kehrs­wer­tes. Die­ser wird an­hand von Grund­stücks­grö­ße, Bau­vo­lu­men und Zu­stand be­rech­net. Die Kos­ten für ein Gut­ach­ten rich­ten sich bei frei­en Sach­ver­stän­di­gen wie Ar­chi­tek­ten oder In­ge­nieu­ren nach der Ho­no­rar­ord­nung für In­ge­nieu­re und Ar­chi­tek­ten (HOAI).

PROVISION

Wur­de der Im­mo­bi­li­en­kauf über ei­nen Mak­ler ab­ge­wi­ckelt, ver­langt die­ser ei­ne Provision. Üb­lich sind 3 bis 7 Pro­zent des Kauf­prei­ses plus Mehr­wert­steu­er. Beim Ver­kauf ei­nes Ein­fa­mi­li­en­hau­ses für 200.000 Eu­ro er­hält er bei ei­ner Provision von 6,5 Pro­zent al­so 13.000 Eu­ro plus Mehr­wert­steu­er. Die Kos­ten für den Im­mo­bi­li­en­kauf in­klu­si­ve Mak­ler­pro­vi­si­on er­hö­hen sich so­mit auf 215.470 Eu­ro.

DARLEHENNEBENKOSTEN

In den meis­ten Fäl­len wird für ei­nen Im­mo­bi­li­en­kauf ein Dar­le­hen auf­ge­nom­men. Wie hoch die Ne­ben­kos­ten für die Fi­nan­zie­rung wie Zin­s­auf­schlä­ge oder Kon­to­ge­büh­ren sind, kön­nen sich Bau­her­ren von ih­rer Bank aus­rech­nen las­sen. Ban­ken sind nach der Preis­an­ga­ben­ver­ord­nung (Pan­gV) ver­pflich­tet, al­le Kos­ten für ei­nen Kre­dit auf­zu­lis­ten.

Rechts­kräf­tig wird der Kauf­ver­trag üb­ri­gens erst dann, wenn er no­ta­ri­ell be­ur­kun­det ist.

Die No­tar­kos­ten bei ei­nem Im­mo­bi­li­en­kauf sind in ei­ner Ge­büh­ren­ord­nung fest­ge­legt und ori­en­tie­ren sich an der Hö­he der Kauf­sum­me. Durch­schnitt­lich lie­gen die Kos­ten bei et­wa 1 Pro­zent des Kauf­prei­ses. Bei ei­nem Kauf ei­nes Ein­fa­mi­li­en­hau­ses für 200.000 Eu­ro ent­ste­hen al­so dann auch Ne­ben­kos­ten in Hö­he von et­wa

2.000 Eu­ro.

In Deutsch­land un­ter­liegt der Im­mo­bi­li­en­kauf der Grund­er­werb­steu­er. Die­se be­trägt je nach Bun­des­land zwi­schen

3,5 und 6,5 Pro­zent der Kauf­sum­me. Die Steu­er ist Vor­aus­set­zung für die Ein­tra­gung ins Grund­buch. Erst wenn ei­ne Be­schei­ni­gung der Fi­nanz­be­hör­de vor­liegt – ei­ne so­ge­nann­te Un­be­denk­lich­keits­be­schei­ni­gung – ist der Im­mo­bi­li­en­kauf mit dem Grund­buch­ein­trag ab­ge­schlos­sen. Für ein Ein­fa­mi­li­en­haus im Saar­land (hier liegt die Grund­er­werb­steu­er bei 6,5 Pro­zent) wer­den bei ei­nem Kauf­preis von 200.000 Eu­ro ins­ge­samt 13.000 Eu­ro Grund­er­werb­steu­er als Ne­ben­kos­ten fäl­lig.

GRUND­BUCH­EIN­TRAG

Erst mit dem Ein­trag ins Grund­buch wird der Käu­fer zum recht­li­chen Ei­gen­tü­mer der Im­mo­bi­lie. Das Grund­buch­amt er­hebt Ge­büh­ren für die Ein­tra­gung, ei­ne Ge­büh­ren­ord­nung schreibt genau vor, wel­che Kos­ten beim Im­mo­bi­li­en­kauf an­fal­len. Die­se sind re­gio­nal un­ter­schied­lich und kön­nen beim Grund­buch­amt er­fragt wer­den. Wenn das Ei­gen­heim per Dar­le­hen fi­nan­ziert wird, ver­langt die Bank ei­ne Grund­schuld als Si­cher­heit. Auch die­se ist ins Grund­buch ein­zu­tra­gen. red/vz

Fo­to: dru­big fo­to/fo­to­lia.com

Wer ein Haus kauft, soll­te die Kos­ten ein­schät­zen kön­nen. Las­sen Sie sich vom Ex­per­ten vor Ort be­ra­ten.

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