Durch­wach­sen und sehr ex­pe­ri­men­tell

TV-KRI­TIK

Saarbruecker Zeitung - - FERNSEHEN -

Mehr als 1000 Epi­so­den gibt es mitt­ler­wei­le vom „Tatort“, da kann sich durch­aus schon mal ei­ne ge­wis­se Rou­ti­ne ein­stel­len. Die­se wur­de in der neu­en Fol­ge „Tatort: Bab­bel­dasch“(ges­tern, 20.15 Uhr, ARD) aus Lud­wigs­ha­fen be­wusst von Re­gis­seur Axel Ra­nisch durch­bro­chen. Der Fil­me­ma­cher ist be­kannt da­für, kei­ne Dreh­bü­cher zu ver­fas­sen und al­les zu im­pro­vi­sie­ren. An­hand ei­ner gro­ben Vor­la­ge, des­sen Aus­gangs­punkt der Mord an der Thea­ter­lei­te­rin So­phie Fet­tér (Ma­lou Mott) war, ließ er die Sze­nen chro­no­lo­gisch dre­hen und sein En­sem­ble um Ul­ri­ke Fol­kerts als Kom­mis­sa­rin Le­na Oden­thal im Un­wis­sen, wer der Mör­der war. Lei­der funk­tio­nier­te das nur teil­wei­se. Zwar wirk­ten die Dia­lo­ge durch­aus au­then­tisch (vor al­lem dank des pfäl­zi­schen Dia­lekts) und hin und wie­der skur­ril bis wit­zig, auf der an­de­ren Seite aber auch oft höl­zern und un­rund. Au­ßer­dem zün­de­ten längst nicht al­le Wit­ze. Ein we­sent­lich grö­ße­res Pro­blem war der Fall an sich, der doch sehr blass blieb und es nicht schaff­te, zu fes­seln. Hier merk­te man, dass (zu­min­dest auf das Gen­re Kri­mi be­zo­gen) ein gu­tes Dreh­buch bes­ser ge­we­sen wä­re. Des Wei­te­ren wa­ren Oden­t­hals Träu­me, in de­nen ihr das Mord­op­fer er­schien, sehr ge­wöh­nungs­be­dürf­tig. So hat­te der „Tatort“mehr et­was von ei­ner lai­en­haf­ten Ko­mö­die als von ei­nem pa­cken­den Kri­mi­nal­fall.

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