Mit fei­nem Füß­chen zum Klas­sen­ver­bleib

Dem er­fah­re­nen Mi­lan Iva­na kommt bei Röch­ling Völk­lin­gen ei­ne wich­ti­ge Rol­le zu. Im ers­ten Sai­son­spiel konn­te er die­se schon gut aus­fül­len.

Saarbruecker Zeitung - - SPORT - VON RALPH TINÉ

Als der Schieds­rich­ter am ver­gan­ge­nen Sams­tag die ers­te Halb­zeit des Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga-Spiels zwi­schen Röch­ling Völk­lin­gen und der TuS Ko­blenz ab­pfiff, stell­te je­mand auf der Haupt­tri­bü­ne des Her­mann-Neu­ber­ger-Sta­di­ons die Fra­ge, die so man­chem Zu­schau­er in die­sem Mo­ment durch den Kopf ging. „Dass der sich in El­vers­berg nicht durch­ge­setzt hat, ver­ste­he ich nicht“, wun­der­te sich der An­hän­ger des SV Röch­ling. Se­kun­den zu­vor hat­te Mi­lan Iva­na, Neu­zu­gang des Auf­stei­gers, mit ei­nem herr­li­chen Tref­fer aus gut 16 Me­tern ins lan­ge Tor­eck die zwi­schen­zeit­li­che 2:1-Füh­rung er­zielt. Am En­de ge­wan­nen die Hüt­ten­städ­ter ihr ers­tes Re­gio­nal­li­ga-Spiel mit 3:2.

War­um Mi­lan Iva­na, der schon bei Sla­via Prag und für Darm­stadt 98 ge­spielt hat, bei der SV El­vers­berg nicht an sei­ne al­ten Leis­tun­gen an­knüp­fen konn­te, ist un­klar. Dass er ki­cken kann, hat Iva­na nicht erst mit sei­nem Traum­tor ge­gen Ko­blenz un­ter Be­weis ge­stellt. Der Slo­wa­ke selbst will das The­ma hin­ter sich las­sen. „Ich hat­te in El­vers­berg auch an­de­re Vor­stel­lun­gen. Aber so ist der Fuß­ball: Mal bist du oben, mal un­ten. Ich will mich da­mit auch nicht mehr be­schäf­ti­gen“, sagt Iva­na, der mit Röch­ling am Sams­tag um 14 Uhr bei Mit-Auf­stei­ger Ein­tracht Stadt­al­len­dorf an­tre­ten muss.

Der Spie­ler will lie­ber nach vor­ne schau­en, auch wenn bei sei­nem neu­en Ver­ein al­les et­was an­ders ist als bei der SVE: „Na­tür­lich sind die Struk­tu­ren in El­vers­berg pro­fes­sio­nel­ler als in Völk­lin­gen. Aber ich den­ke, das ist kein Pro­blem. Wir ha­ben hier ei­ne gu­te Mann­schaft, und wir trai­nie­ren gut. Das ist das Wich­tigs­te.“Dass Röch­ling in der Re­gio­nal­li­ga mit­hal­ten kann, ha­ben die Schwarz-Ro­ten ge­gen Ko­blenz ge­zeigt. Trotz­dem weiß auch der of­fen­si­ve Au­ßen­spie­ler, dass auf sei­nen neu­en Club, der fast aus­schließ­lich aus Ama­teur­fuß­bal­lern be­steht, in der viert­höchs­ten deut­schen Spiel­klas­se ei­ne ganz harte Sai­son zu­kommt. Der Klas­sen­ver­bleib ist für ihn ein am­bi­tio­nier­tes, aber rea­lis­ti­sches Ziel. „Na­tür­lich kön­nen wir es schaf­fen, die Klas­se zu hal­ten. Aber das wird rich­tig schwer“, pro­gnos­ti­ziert der 33-Jäh­ri­ge.

Ein oder zwei Jahre will Iva­na noch spie­len. Dann soll Schluss sein mit dem ak­ti­ven Fuß­ball im Leis­tungs­be­reich. Da­nach will der Rou­ti­nier auf die Trai­ner­bank wech­seln. „Ich wer­de im No­vem­ber 34 Jahre alt. Es wird im­mer schwe­rer, mit dem Tem­po der jun­gen Spie­ler in der Re­gio­nal­li­ga mit­zu­hal­ten“, räumt Iva­na of­fen ein. Da­bei war ge­gen Ko­blenz zu se­hen, dass der Of­fen­siv­mann in der Völk­lin­ger Mann­schaft fuß­bal­le­risch noch im­mer her­aus­sticht.

Dass er in Völk­lin­gen ge­gen­über sei­nen vor­an­ge­gan­ge­nen Ar­beit­ge­bern in fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht gro­ße Ab­stri­che ma­chen muss, ist für den Ex-Bun­des­li­ga­spie­ler kein gro­ßes Hin­der­nis ge­we­sen. „Ich spie­le nicht mehr we­gen des Gel­des. Ich spie­le nur noch für mei­nen Spaß und mei­ne Lei­den­schaft zum Fuß­ball“, sagt Iva­na, der mit sei­ner Frau im fran­zö­si­schen Groß­blit­ters­dorf lebt. Da er dort auch sei­ne vor­läu­fi­ge Zu­kunft sieht, ist sei­ne Wahl auf Völk­lin­gen ge­fal­len. „Nach dem En­de in El­vers­berg hat­te ich mich ge­fragt, wie es wei­ter­ge­hen soll. Ich woll­te ger­ne in der Nä­he der Fa­mi­lie blei­ben. Und ich möch­te ne­ben dem ak­ti­ven Fuß­ball den Trai­ner­schein ma­chen. Als mich dann der Trai­ner an­ge­ru­fen hat­te, um mich nach Völk­lin­gen zu ho­len, ha­ben mei­ne Frau und ich ent­schie­den, dass ich hier noch ein oder zwei Jahre spie­le“, sagt Iva­na.

FO­TO: SCH­LICH­TER

Mi­lan Iva­na will mit Auf­stei­ger Röch­ling Völk­lin­gen den Klas­sen­ver­bleib in der Fuß­ball-Re­gio­nal­li­ga Südwest schaf­fen. Der 33-Jäh­ri­ge weiß um die Schwe­re der Auf­ga­be, ist aber op­ti­mis­tisch.

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