Ver­un­glück­ter Las­ter steck­te un­ter Sulz­ba­cher Ei­sen­bahn­brü­cke fest

Lkw ver­un­glück­te mit aus­ge­fah­re­nem Greif­arm in Sulz­bach un­ter ei­ner Brü­cke. Zwei Ver­letz­te, ho­her Scha­den und Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen sind die Fol­gen.

Saarbruecker Zeitung - - LOKALES - VON THO­MAS FEI­LEN UND STE­FAN BOHLANDER

Das Füh­rer­haus ist zer­trüm­mert, die Rück­spie­gel sind ab­ge­bro­chen. Über­all liegt Glas. Ei­ni­ge Schau­lus­ti­ge ver­sam­meln sich an der Ei­sen­bahn­brü­cke über den Qu­ier­schie­der Weg. Ein spek­ta­ku­lä­rer Un­fall hat sich ges­tern Mit­tag an der Ei­sen­bahn­brü­cke Rich­tung Bahn­hof/Kli­nik er­eig­net. Kurz vor 12 Uhr kol­li­diert der Con­tai­ner-Lkw ei­ner Ent­sor­gungs­fir­ma in Fahrt­rich­tung In­nen­stadt mit der Brü­cke. Da­bei bleibt der aus­ge­fah­re­ne Greif­arm samt Ha­ken an der Un­ter­sei­te der Stahl­brü­cke hän­gen. Ge­gen­über der SZ schließt der Sulz­ba­cher Po­li­zei­chef Hans Pe­ter Komp am Un­fall­ort we­der tech­ni­sches noch mensch­li­ches Ver­sa­gen als Un­fall­ur­sa­che aus.

Der hin­te­re Teil des Ge­fährts ist der­art hef­tig ge­gen die Brü­cke ge­sto­ßen, dass der vor­de­re Teil mit dem Fah­rer­haus re­gel­recht auf­ge­bockt und nach oben ge­drückt wird. Er kracht ge­gen die Brü­cke, dann auf die Fahr­bahn, wo­bei des Füh­rer­haus nach vor­ne auf die Stra­ße kippt. Bei dem Auf­prall er­lei­den die bei­den In­sas­sen ih­re schwe­ren Ver­let­zun­gen. Das be­rich­tet der Ers­te Po­li­zei­haupt­kom­mis­sar Komp wei­ter. Der Fah­rer wird ein­ge­klemmt und von Mit­glie­dern der Feu­er­weh­ren Sulz­bach-Mit­te, Al­ten­wald und Neu­wei­ler be­freit. Le­bens­ge­fahr be­steht je­doch nicht, teilt die Pres­se­stel­le der Po­li­zei­in­spek­ti­on Sulz­bach am Mit­tag schrift­lich mit. Der Bei­fah­rer hat leich­te­re Ver­let­zun­gen, bei­de kom­men zur Un­ter­su­chung ins Kli­ni­kum Saar­brü­cken auf dem Win­ter­berg. Wei­te­re Per­so­nen wer­den nicht ver­letzt.

Der Lkw ver­liert Öl, das von den Ein­satz­kräf­ten der drei Sulz­ba­cher Lösch­be­zir­ke (Mit­te, Neu­wei­ler und Al­ten­wald) ab­ge­pumpt wird. So soll die Ex­plo­si­ons­ge­fahr ver­rin­gert wer­den, er­klärt Sulz­bachs Wehr­füh­rer Richard Plein vor Ort ge­gen­über der SZ. Sei­ne Ka­me­ra­den hät­ten zu­dem den Die­sel­kraft­stoff aus dem Tank des ver­un­glück­ten Last­wa­gens ab­ge­pumpt und in Plas­tik­fäs­sern auf­ge­fan­gen.

Der Un­fall­be­reich um den un­ter der Brü­cke ste­cken ge­blie­be­nen Lkw wird über meh­re­re St­un­den ge­sperrt. Po­li­zei­be­am­te re­geln den Ver­kehr. Au­tos müs­sen aus Rich­tung Hüh­ner­fel­der Krei­sel/Vo­pe­li­us­bad an der Ab­bie­gung in den Fisch­ba­cher Weg ein­fah­ren; aus Rich­tung In­nen­stadt geht es an der Am­pel An der Kli­nik rechts durch die La­za­rett­stra­ße wei­ter Rich­tung In­nen­stadt. An der Ein­bie­gung Am Bahn­hof ste­hen Po­li­zei­be­am­te und wei­sen den Au­to­fah­ren den Weg über die Stra­ße Am Bahn­hof in Rich­tung Salm­stra­ße. Als re­la­tiv auf­wen­dig er­weist sich die Ber­gung des Un­glücks­las­ters. Ein Spe­zi­al­ab­schlepp­wa­gen muss an­ge­for­dert wer­den. Des­sen Fah­rer stellt fest, dass die Hy­drau­lik des Greif­arms aus­ge­fal­len ist. Ge­mein­sam mit ei­nem Kol­le­gen löst er das Pro­blem, dann kann der Greif­arm ein­ge­klappt wer­den. Da­nach wird der Con­tai­ner-Lkw, an dem au­gen­schein­lich To­tal­scha­den ent­stan­den ist, ab­trans­por­tiert.

Schä­den sind auch an der Ei­sen­bahn­brü­cke ent­stan­den. Al­ler­dings nicht an der Kon­struk­ti­on, wie Ar­no Schnur, Not­fall­ma­na­ger bei DB Net­ze, der SZ ges­tern be­stä­tigt. Ei­ner ers­ten Un­ter­su­chung zu­fol­ge hät­ten sich le­dig­lich an der Un­ter­sei­te der Brü­cke ei­ni­ge Tei­le ge­lo­ckert, an Schweiß­näh­ten sei­en Ris­se ent­stan­den. Die­se Schweiß­punk­te müss­ten aus­ge­bes­sert wer­den. Aber da ge­be es kei­nen Zeit­druck, der Bahn­ver­kehr kön­ne wie ge­habt fah­ren. Vor­sorg­lich ha­be man den Gü­ter­ver­kehr auf Gleis 6 ge­stoppt, auch um even­tu­el­le Schä­den auf der Brü­cke und dem Gleis­kör­per be­gut­ach­ten zu kön­nen.

Der Ex­per­te von der Deut­schen Bahn sagt, am Brü­cken­bau­werk selbst sei­en kei­ne grö­ße­ren Schä­den ent­stan­den, denn tra­gen­de Tei­le sei­en nicht in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wor­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.