US-Sän­ger Glen Camp­bell ist ge­stor­ben

Saarbruecker Zeitung - - KULTUR -

(dpa) Sein letz­tes Al­bum er­schien vor we­ni­gen Wo­chen: „Adiós“. Die zwölf Lie­der wa­ren ein be­rüh­ren­der Ab­schied des schon lan­ge schwer kran­ken Coun­try- und Pop­sän­gers Glen Camp­bell, vol­ler Weh­mut und Wür­de, mit Ti­teln wie „Fun­ny how time slips away“und „Ar­k­an­sas Farm­boy“.

Camp­bell war selbst die­ser Jun­ge vom Lan­de. Und er leb­te bis zum En­de sei­nes Le­bens in der Welt­haupt­stadt der Coun­try­mu­sik, in Nash­ville/Ten­nes­see. Dort starb der 81-Jäh­ri­ge nun „nach ei­nem lan­gen und mu­ti­gen Kampf ge­gen die Alz­hei­mer-Krank­heit“, wie sei­ne Fa­mi­lie mit­teil­te. Die­sen Kampf trug der Mu­si­ker und Ge­le­gen­heits­schau­spie­ler („True Grit“) seit 2011 auch öf­fent­lich aus, et­wa mit der Do­ku­men­ta­ti­on „Glen Camp­bell: I‘ll be me“. Ex-US-Prä­si­dent Bill Cl­in­ton sag­te, wo­mög­lich wür­den sei­ne Auf­trit­te als weit­hin be­kann­tes „Ge­sicht“der Al­ters­de­menz­krank­heit ei­nes Tages so­gar noch mehr an­er­kannt als sei­ne Mu­sik.

Über 45 Mil­lio­nen Plat­ten hat Camp­bell in ei­ner von vie­len Hö­hen und Tie­fen ge­präg­ten, fast 60 Jah­re um­span­nen­den Kar­rie­re ver­kauft. Sei­ne Songs wie „Rhi­nes­to­ne Cow­boy“wa­ren hoch­me­lo­disch, da­bei manch­mal na­he an der Kitsch­gren­ze. Camp­bell ver­edel­te die Kom­po­si­tio­nen mit sei­ner war­men, kraft­vol­len Stim­me und ei­nem „kris­tall­kla­ren Gi­tar­ren­sound“, wie der Rock­mu­si­ker Tom Pet­ty fest­stell­te. Den letz­ten Num­mer-eins-Hit hat­te er 1977 mit „Sou­thern Nights“. Wäh­rend der 80er Jah­re war Glen Camp­bell we­ni­ger er­folg­reich, schaff­te es aber im­mer­hin, De­pres­sio­nen, Dro­gen- und Al­ko­hol­sucht hin­ter sich zu las­sen. Im Ren­ten­al­ter an­ge­kom­men, ver­leg­te sich Camp­bell aufs Golf­spie­len. Ei­ne der schöns­ten Stim­men des US-Coun­try­pop schien ver­stummt zu sein. Aber wie John­ny Cash schaff­te es Camp­bell, mit ei­nem gro­ßen Al­ters­werk ab­zu­tre­ten. Un­ter­stützt von jün­ge­ren Mu­si­kern wie Ja­cob Dy­lan, Chris Isaak und Bil­ly Cor­gan, nahm er „Ghost On The Can­vas“auf: ei­ne her­aus­ra­gen­de Song­samm­lung, mit wun­der­ba­ren Me­lo­di­en und Tex­ten vol­ler Dank­bar­keit.

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RO­BERT SEBREE/DPA Pop- und Coun­try-Sän­ger Glen Camp­bell – ein Bild aus gu­ten Zei­ten.

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