Ur­laub mit Kol­le­gen

Saarbruecker Zeitung - - STANDPUNKT - VON PIA ROLFS

Vie­le Deut­sche wa­ren schon im Ur­laub, an­de­re ge­hen noch – und woran den­ken sie in den schöns­ten Wo­chen des Jah­res? An die Kol­le­gen.

Zu­min­dest 30 Pro­zent der Bun­des­bür­ger ha­ben laut ei­ner Um­fra­ge des Job-Por­tals stel­len­an­zei­gen.de die stres­si­ge Si­tua­ti­on im Bü­ro auch am Strand nicht ver­ges­sen. Das kann ei­ne tief emp­fun­de­ne Scha­den­freu­de her­vor­ru­fen, die mit Er­ho­lung ober­fläch­lich sehr leicht ver­wech­selt wer­den kann. Oder aber zu Flucht­ge­dan­ken und spon­tan ge­buch­ten One-Way-Flü­gen an noch wei­ter ent­fern­te Zie­le füh­ren. Im­mer­hin 26 Pro­zent plagt je­doch so­gar das schlech­te Ge­wis­sen, wenn sie dar­an den­ken, wie viel die an­de­ren Mit­ar­bei­ter gera­de zu tun ha­ben. Das zeigt, wie sehr Kol­le­gen zu Le­bens- und Lei­dens­ge­fähr­ten wer­den – und dass die Fä­hig­keit zu Em­pa­thie und Mit­ge­fühl auch im mo­der­nen Ar­beits­le­ben noch nicht ver­lo­ren ge­gan­gen ist.

Man­che Men­schen kön­nen sich so­gar so weit in ih­re Mit­strei­ter ein­füh­len, dass sie nach der Rück­kehr aus dem Ur­laub auf­rich­tig wün­schen, die Kol­le­gen hät­ten sich auch er­holt. Denn dann wä­ren die­se nicht so ge­reizt – und wür­den nicht so ner­ven.

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