Zah­len­an­ga­be ist Au­gen­wi­sche­rei

Pfle­ge­kos­ten im Saar­land

Saarbruecker Zeitung - - LESERBRIEFE - Ro­bert Frantz, Sulz­bach

Die An­ga­be „829 Eu­ro be­trägt der Ei­gen­an­teil der Heim­be­woh­ner an den Pfle­ge­kos­ten im Saar­land“klingt, als ob die Heim­be­woh­ner – nur – 829 Eu­ro zu­zah­len müss­ten. Dies ist Au­gen­wi­sche­rei. Wenn für die Heim­kos­ten Ren­te, Er­spar­nis­se und Pfle­ge­zu­schuss nicht rei­chen, müs­sen die Kin­der die Dif­fe­renz be­zah­len, so­weit sie zah­lungs­fä­hig sind, oder der Steu­er­zah­ler zahlt. Ein Pfle­ge­heim­platz kos­tet 3500 bis 4000 Eu­ro, je nach Ort und Aus­stat­tung. Die Pfle­ge­ver­si­che­rung zahlt für Pfle­ge­grad zwei 770 Eu­ro. Der Ei­gen­an­teil für Heim­be­woh­ner be­trägt al­so zum Bei­spiel 3500 mi­nus 770 gleich 2730 Eu­ro. Dass hier­in 829 Eu­ro ste­cken, den das Heim in sei­nen Kos­ten kal­ku­liert, in­ter­es­siert kei­nen. Die Ren­te ge­setz­lich Ver­si­cher­ter ist nied­ri­ger. Ein Skan­dal ist auch, dass vie­le Heim­be­woh­ner ihr Zim­mer tei­len müs­sen, die Kos­ten für sie aber nicht hal­biert wer­den. Pfle­ge­kräf­te ver­die­nen in Hei­men am we­nigs­ten. Heim­lei­tung und Be­trei­ber be­stim­men ih­ren Ge­winn. Der Staat schaut zu.

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