Ei­ne Wo­che vor Wahl noch vie­le un­ent­schie­den

Die Uni­on liegt klar vorn. Doch end­gül­tig fest­ge­legt sind vie­le ei­ne Wo­che der Bun­des­tags­wahl noch nicht. Ei­ne Hoff­nung für SPD-Kan­di­dat Schulz?

Saarbruecker Zeitung - - Erste seite -

BER­LIN/MANNHEIM (SZ/afp) Gut ei­ne Wo­che vor der Bun­des­tags­wahl bleibt die Uni­on mit gro­ßem Ab­stand vor der SPD stärks­te Kraft. Al­ler­dings sind nach dem ges­tern ver­öf­fent­lich­ten Po­lit­ba­ro­me­ter des ZDF noch 39 Pro­zent der Wäh­ler nicht si­cher, ob sie bei ih­rer ge­äu­ßer­ten Wahl­ab­sicht blei­ben. Der Ge­schäfts­füh­rer der For­schungs­grup­pe Wah­len, Mat­thi­as Jung, die die Er­he­bung ge­macht hat­te, dämpf­te ges­tern aber Er­war­tun­gen auf Sei­ten der SPD, dass sich dar­aus ein deut­li­cher Um­schwung bis zur Wahl er­ge­ben könn­te. Vie­le Wäh­ler sag­ten zwar, sie sei­en noch un­si­cher, hät­ten aber „schon Prä­fe­ren­zen, wen sie wäh­len wol­len“, sag­te Jung. Da­ne­ben ge­be es zwar tat­säch­lich un­ent­schlos­se­ne Wahl­be­rech­tig­te, doch „da sind dann über­durch­schnitt­lich vie­le Nicht­wäh­ler dar­un­ter“.

Al­ler­dings wies die Er­he­bung der For­schungs­grup­pe ges­tern aus Sicht der SPD et­was bes­se­re Zah­len aus als der ei­nen Tag zu­vor ver­öf­fent­lich­te Deutsch­land­trend von In­fra­test-Di­map für die ARD. Beim ZDF ver­liert die Uni­on zwei Punk­te ge­gen­über der Vor­wo­che und kommt auf 36 Pro­zent. Die SPD ge­winnt hier ei­nen Punkt und liegt nun bei 23 Pro­zent. Im „Deutsch­land­trend“hat­te die SPD da­ge­gen ei­nen Punkt auf ei­nen his­to­ri­schen Tief­stand von nur noch 20 Pro­zent ver­lo­ren, wäh­rend für die CDU/CSU un­ver­än­dert 37 Pro­zent vor­her­ge­sagt wur­den.

Fast kei­ne Ve­rän­de­rung gab es im „Po­lit­ba­ro­me­ter“bei der Fra­ge nach dem ge­wünsch­ten Kanz­ler oder der Kanz­le­rin: 56 Pro­zent der Be­frag­ten wün­schen sich ei­nen Ver­bleib von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) im Amt, 32 Pro­zent hät­ten lie­ber SPD-Her­aus­for­de­rer Mar­tin Schulz als nächs­ten Bun­des­kanz­ler (bei­de mi­nus eins). Wahl­for­scher Jung sieht für ei­ne er­folg­rei­che Auf­hol­jagd von Schulz bis zur Bun­des­tags­wahl kei­ne rea­lis­ti­sche Chan­ce mehr. „Es kann sich kaum noch je­mand vor­stel­len, dass da in­ner­halb ei­ner Wo­che noch so viel Be­we­gung denk­bar ist, al­les zu dre­hen“, sag­te Jung.

Be­we­gung sei je­doch bei den klei­nen Par­t­rei­en mög­lich. Denn hier wür­den „ein bis zwei Pro­zent­punk­te ja schon ei­ne star­ke Ve­rän­de­rung“be­deu­ten. Auch kom­me „im­mer in den letz­ten Ta­gen vor der Wahl die ko­ali­ti­ons­t­ak­ti­sche Ori­en­tie­rung stär­ker in den Blick“. Da ge­he es dann „um die Macht­fra­ge, al­so wer soll mit wem zu­sam­men re­gie­ren“. Ei­ne „ge­wis­se Dun­kel­zif­fer“könn­te es zu­dem laut Jung bei der AfD ge­ben.

AfD und FDP ge­win­nen in der Sonn­tags­fra­ge des „Po­lit­ba­ro­me­ter“je­weils ei­nen Punkt hin­zu und er­rei­chen bei­de zehn Pro­zent. Die Lin­ke liegt un­ver­än­dert bei neun und die Grü­nen eben­falls un­ver­än­dert bei acht Pro­zent. Der „Deutsch­land­trend“schätzt vor al­lem die AfD mit zwölf Pro­zent deut­lich stär­ker ein.

Bei­den Um­fra­gen zu­fol­ge gä­be es ne­ben ei­ner gro­ßen Ko­ali­ti­on wei­ter­hin nur ei­ne Mehr­heit für ei­ne Re­gie­rung aus CDU/CSU, Grü­nen und FDP. Ein sol­ches Ja­mai­ka-Bünd­nis wird al­ler­dings von Grü­nen wie FDP mit Skep­sis ge­se­hen.

Be­we­gung hält Wahl­for­scher Mat­thi­as Jung

bei den klei­nen Par­tei­en für mög­lich.

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