Die AfD punk­tet wohl auch mit Be­sen­stie­len

Saarbruecker Zeitung - - Themen des tages -

Für vie­le schien sich das The­ma schon in Wohl­ge­fal­len auf­ge­löst zu ha­ben: Nach­dem die AfD vor ziem­lich ge­nau ei­nem Jahr ein Re­kord­hoch von 15 Pro­zent in den Um­fra­gen ver­bucht hat­te, gin­gen ih­re Sym­pa­thie­wer­te ste­tig zu­rück. Doch auf der Ziel­ge­ra­den ent­puppt sich die­ser Trend als Epi­so­de. Of­fen­bar war es ein Trug­schluss zu glau­ben, dass die AfD ih­re An­zie­hungs­kraft im Gleich­klang mit den sin­ken­den Flücht­lings­zah­len ver­liert. Denn die Pro­ble­me sind ja nicht ver­schwun­den. Ter­ror­an­schlä­ge wie in Niz­za, Ber­lin und erst ges­tern in London sind ein ste­ti­ger Dün­ger für die gro­ße Angst vor is­la­mis­ti­schen Ge­fah­ren. Und Straf­ta­ten wie die ei­nes af­gha­ni­schen Flücht­lings, der jetzt we­gen Mor­des und Ver­ge­wal­ti­gung an ei­ner Stu­den­tin in Frei­burg an­ge­klagt ist, hal­ten die­se Ängs­te eben­falls wach. Die AfD schürt sie nach Kräf­ten. Das kann ihr auch des­halb ge­lin­gen, weil sol­che Ge­fah­ren in der Ver­gan­gen­heit öf­fent­lich kaum the­ma­ti­siert wur­den, und weil die „eta­blier­te Po­li­tik“sich viel zu we­nig um die Sor­gen ge­schert hat. So kommt es mit der be­ab­sich­tig­ten Stim­men­ab­ga­be für die AfD zu ei­ner po­li­ti­schen Trotz­re­ak­ti­on, die sich auch nicht durch zwie­lich­ti­ge AfD-Ge­stal­ten und ras­sis­ti­sche Has­s­tria­den be­ein­dru­cken lässt. In man­chen Ge­gen­den könn­te die AfD des­halb auch ei­nen Be­sen­stiel als Kan­di­da­ten auf­stel­len, sie wür­de trotz­dem ge­wählt wer­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.