Bouil­lon-Wa­gner-Streit ist bei­ge­legt

Für Städ­te­tags­prä­si­dent Fried war das Ge­spräch der Kon­tra­hen­ten ein Er­folg.

Saarbruecker Zeitung - - Landespolitik - VON DIET­MAR KLOS­TER­MANN

SAARBRÜCKEN/ST. INGBERT/NEUN­KIR­CHEN Die di­cke Luft zwi­schen In­nen­mi­nis­ter Klaus Bouil­lon (CDU) und dem St. Ing­ber­ter Ober­bür­ger­meis­ter Hans Wa­gner (par­tei­los) ist of­fen­bar ver­flo­gen. „Bei dem Ge­spräch ges­tern im In­nen­mi­nis­te­ri­um herrsch­te ei­ne po­si­ti­ve At­mo­sphä­re. Es war ein Er­folg“, sag­te Städ­te­tags­prä­si­dent Jür­gen Fried (Neun­kir­cher SPD-Ober­bür­ger­meis­ter) im An­schluss der SZ. Fried, der das Ge­spräch der bei­den Kon­tra­hen­ten ar­ran­giert hat­te und dar­an teil­nahm, woll­te sich den­noch nicht als „Me­dia­tor“se­hen. „Ich ge­he da­von aus, dass die­se Aus­ein­an­der­set­zung ein Ein­zel­fall war und nicht an­ders­wo The­ma wird,“be­ton­te Fried. Bouil­lons Kom­mu­nal­auf­sicht, die im St. Ing­ber­ter Lan­des­ver­wal­tungs­amt re­si­diert, hat­te Wa­gner an­ge­droht, ihm ei­nen Staats­kom­mis­sar vor die Na­se zu set­zen, wenn er nicht schleu­nigst Be­schlüs­se des Stadt­rats um­set­ze (die SZ be­rich­te­te). Da­bei geht es um den Ab­riss ei­ner städ­ti­schen Tisch­ten­nis­hal­le, den Ein­bau ei­nes Auf­zugs in der Stadt­hal­le und um den Miet­ver­trag für die Event­hal­le. Noch ei­nen Tag vor dem Streit­ge­spräch hat­te Bouil­lon OB Wa­gner vor­ge­wor­fen, in Sa­chen Event­hal­le ge­lo­gen zu ha­ben.

Doch von Lü­gen war ges­tern nach dem Ge­spräch kei­ne Re­de mehr. „Es war ein be­frie­di­gen­des und gu­tes Ge­spräch“, sag­te Bouil­lons Spre­che­rin Ka­trin Tho­mas. Wenn der Ober­bür­ger­meis­ter Wa­gner sich jetzt an Recht und Ge­setz hal­te, sei die An­ge­le­gen­heit er­le­digt. Bouil­lon selbst hat­te be­reits den Wahl­kampf im Kopf und das Mi­nis­te­ri­um ver­las­sen. Auch Tho­mas be­fand wie Städ­te­tags­prä­si­dent Fried, dass das Ge­spräch in gu­ter At­mo­sphä­re statt­ge­fun­den ha­be.

OB Wa­gner sprach so­gar da­von, dass er sich mit Bouil­lon „kon­struk­tiv und freund­schaft­lich“aus­ge­tauscht ha­be. Bouil­lon ha­be „gro­ßes Ver­ständ­nis“für sei­ne La­ge ge­zeigt, da er ja selbst Chef der Stadt­ver­wal­tung in St. Wen­del ge­we­sen sei. Bouil­lon ha­be ihn so­gar be­dau­ert. „Wir ha­ben in St. Ingbert das Pech, so ei­nen Stadt­rat zu ha­ben“, sag­te Wa­gner. Die Stadt­rats­mehr­heit hat­te ihn we­gen Un­tä­tig­keit bei der Kom­mu­nal­auf­sicht an­ge­zeigt. „Wenn ein Stadt­rat ei­nen OB ja­gen will, dann kann er das. Das ist das Ab­sur­de“, so Wa­gner. Der Lü­gen-Vor­wurf sei­tens Bouil­lons sei ei­ne „Deu­tungs­sa­che“, er­klär­te Wa­gner. „Die Sa­che ist für ihn und mich er­le­digt“, so der St. Ing­ber­ter Ver­wal­tungs­chef. Am En­de ha­be ihm Bouil­lon 750 000 Eu­ro für ei­ne Schad­stoff­un­ter­su­chung und den an­schlie­ßen­den Ab­riss der Tisch­ten­nis­hal­le zu­ge­si­chert.

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