DTM fährt un­kla­rer Zu­kunft ent­ge­gen

Das Deut­sche Tou­ren­wa­gen-Mas­ters sieht ei­ner un­ge­wis­sen Zu­kunft ent­ge­gen. Am Wo­che­n­en­de wird der neue Meis­ter ge­kürt.

Saarbruecker Zeitung - - Erste seite - VON ANDRE­AS ASEN

Sport­lich birgt das Fi­na­le des Deut­schen Tou­ren­wa­gen-Mas­ters am Wo­che­n­en­de auf dem Ho­cken­heim­ring we­nig Bri­sanz. Da­für wird heiß dis­ku­tiert: Wo­hin führt der Weg der kri­seln­den Tou­ren­wa­gen­se­rie im kom­men­den Jahr?

(sid) Nein, über die Zu­kunft des Deut­schen Tou­ren­wa­gen-Mas­ters wol­len Mat­ti­as Ek­ström, Lu­cas Au­er und Co. in die­sen Ta­gen nicht spre­chen. „Das ist kein The­ma“, heißt es kurz vor dem DTM-Sai­son­fi­na­le am Wo­che­n­en­de in Ho­cken­heim von al­len Sei­ten: „Die vol­le Kon­zen­tra­ti­on gilt den letz­ten bei­den Ren­nen.“Der schwe­di­sche Au­di-Pi­lot Ek­ström geht mit 21 Punk­ten Vor­sprung ins Fi­na­le, der drit­te Ti­tel nach 2004 und 2007 scheint nur noch Form­sa­che. Doch der Sport spielt in die­sen Ta­gen nur ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. Viel­mehr drängt sich die Fra­ge auf: Wie geht es wei­ter für die DTM?

Der Aus­stieg von Mer­ce­des En­de 2018 ist be­schlos­se­ne Sa­che, zu­dem gibt es noch im­mer kei­ne Ei­ni­gung über ei­ne Ver­län­ge­rung des aus­lau­fen­den TV-Ver­trags mit der ARD. Ger­hard Ber­ger, Chef des DTM-Ver­mark­ters ITR, kri­ti­sier­te den öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­der jüngst so­gar öf­fent­lich. Im In­ter­view mit dem Fach­ma­ga­zin „ki­cker“be­män­gel­te er feh­len­des En­ga­ge­ment und zu we­nig Herz­blut sei­tens der ARD. Auch an­ge­sichts die­ser Aus­sa­gen er­scheint ei­ne Fort­set­zung der Zu­sam­men­ar­beit mehr als frag­lich. Soll­ten sich die DTM und die ARD tat­säch­lich nicht ei­ni­gen kön­nen, wer­den ver­schie­de­ne an­de­re Sen­der ge­han­delt, die die Rech­te kau­fen könn­ten.

Je län­ger die Ge­sprä­che dau­ern, des­to schlech­ter ist die Ver­hand­lungs­ba­sis der DTM. Denn mo­men­tan steht die Se­rie oh­ne TV-Part­ner für 2018 da. Den­noch ist Ber­ger über­zeugt, dass die DTM nach der Mo­tor­rad-WM den spek­ta­ku­lärs­ten Mo­tor­sport bie­tet und so­mit auch at­trak­ti­ver als die For­mel 1 ist. Und tat­säch­lich ging es in der DTM in die­sem Jahr in den meis­ten Ren­nen eng zu. Es gab elf un­ter­schied­li­che Sie­ger in 16 Ren­nen, ne­ben Ek­ström könn­ten sich fünf wei­te­re Pi­lo­ten an die­sem Wo­che­n­en­de noch den Ti­tel si­chern.

In Ho­cken­heim wer­den die DTM-Ma­cher zei­gen, wo­hin sie mit ih­rer Se­rie wol­len. So wer­den im Rah­men­pro­gramm ein Le­xus und ein Nis­mo (Renn­sport­mar­ke von Nis­san) aus der ja­pa­ni­schen Su­per GT-Se­rie star­ten. In wei­te­ren Schrit­ten sol­len die Re­gle­ments der bei­den Se­ri­en an­ge­passt wer­den, zu­dem wer­den DTM-Au­tos beim Su­per-GT-Fi­na­le im No­vem­ber zu se­hen sein. Ber­ger sieht in der Ko­ope­ra­ti­on ein „star­kes Zei­chen für die Zu­kunft der DTM“. Sie sei „ein Si­gnal, wie ernst die Ko­ope­ra­ti­on mit der ja­pa­ni­schen GTA-Or­ga­ni­sa­ti­on so­wie den drei Her­stel­lern (ne­ben Le­xus und Nis­mo star­tet dort auch Hon­da, An­mer­kung der Re­dak­ti­on) der Se­rie zu neh­men ist“, sag­te er.

Ob ja­pa­ni­sche Fa­b­ri­ka­te die gro­ße Lü­cke, die Mer­ce­des hin­ter­lässt, stop­fen kön­nen, er­scheint frag­lich. Al­ler­dings gibt es auch kei­nen deut­schen Her­stel­ler, der ein­stei­gen möch­te. Klar ist al­so schon jetzt: Die DTM in ih­rer jet­zi­gen Form wird es nicht mehr lan­ge ge­ben. Für ITRBoss Ber­ger den­noch kein Grund, ans Auf­ge­ben zu den­ken. „Es wird Lö­sun­gen ge­ben“, sag­te der ehe­ma­li­ge For­mel-1-Fah­rer: „Und wir wer­den sie fin­den.“

FO­TO: SCHERIAU/DPA

Der schwe­di­sche Au­di-Pi­lot Mat­ti­as Ek­ström (vor­ne) geht mit 21 Punk­ten Vor­sprung ins fi­na­le Wo­che­n­en­de der DTM auf dem Ho­cken­heim­ring. Ins­ge­samt fünf Fah­rer kön­nen ihn al­ler­dings noch theo­re­tisch ab­fan­gen.

FO­TO: ANSPACH/DPA

Als DTM-Füh­ren­der hat der Schwe­de Mat­ti­as Ek­ström gut la­chen.

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